Thema – Klimawandel

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Bär suchet, der findet

Auf der Suche nach Büchern, Filmen und Podcasts, um den Klimawandel besser zu verstehen? Wir haben da was aufgespürt

  • 4 Min.
Polarbären fressen Müll (Foto: ALEXANDER GRIR/AFP/Getty Images)

LESEN

Grundlage

Bei einem Gespräch in der Mensa merken David Nelles und Christian Serrer, dass sie nicht wissen, wie der Klimawandel zustande kommt. Also suchen die beiden Studenten nach einem Buch, das das Thema verständlich erklärt – doch sie finden keins. Die Konsequenz: Sie schreiben es selbst. Nach eineinhalb Jahren Recherche erschien im Dezember 2018 „Kleine Gase, große Wirkung“. Auf 128 Seiten und mit vielen Grafiken erklären sie darin, wie es zur Erderwärmung kommt und was jeder Einzelne dagegen tun kann. 

Aktuelle Forschung

Die „Warming Stripes“ des britischen Klimaforschers Ed Hawkins erinnern an ein abstraktes Kunstwerk. Aber die Grafik mit den blauen und roten Streifen zeigt, wie stark die jährlichen Durchschnittstemperaturen im vergangenen Jahrzehnt angestiegen sind (ihr ahnt es). Zu sehen ist sie auf Hawkins’ Blog „Climate Lab Book“. Dort veröffentlicht er außerdem Beiträge zu aktuellen Forschungsergebnissen und Infografiken, die so gut sind, dass er damit Preise gewonnen hat.

Wenn das Zuhause untergeht

Das Leben der Menschen auf den Marshallinseln im Pazifik ist durch den steigenden Meeresspiegel bedroht. Viele Bewohner fliehen, um sich an einem Ort, der nicht so bald im Meer versinken wird, ein neues Leben aufzubauen. Wieso ihr Ziel ausgerechnet Springdale in Michigan ist und was die Atombombe damit zu tun hat, erzählen Jan Hendrik Hinzel, Coleen Jose und Kim Wall in ihrer Multimedia-Reportage „Exodus“ für die „Süddeutsche Zeitung“.

SCHAUEN

Wie fing alles an?

Unser heutiger Lebensstil verstärkt den Klimawandel, aber schon viele Generationen vor uns wurde CO2 in die Atmosphäre geblasen. Die 300-jährige Geschichte fossiler Brennstoffe fasst ein 300-sekündiges Video des amerikanischen Thinktanks Post Carbon Institute zusammen.

Hollywood-Style

Leonardo DiCaprio hatte als Kind ein dreiteiliges Bild von Hieronymus Bosch überm Bett hängen: „Der Garten der Lüste“ zeigt unter anderem eine von den Menschen zerstörte Erde. Das Bild ist der Ausgangspunkt der Doku „Before the Flood“ (zu sehen bei Netflix), in der DiCaprio um die Welt reist, um die Folgen des Klimawandels zu erforschen. Die Doku ist manchmal recht dick aufgetragen, aber insgesamt informativ. Etwas befremdlich nur, dass DiCaprio mit Flugzeug und Hubschrauber herumfliegt, um über den Klimawandel zu berichten – aber immerhin hat das Produktionsteam nach eigenen Angaben den CO2-Ausstoß der Reisen kompensiert.

Klimawandel ist keine Glaubensfrage

Verrückt, dass in der Öffentlichkeit immer noch darüber gestritten wird, ob die Erderwärmung menschengemacht ist oder nicht, findet John Oliver, Host der US-amerikanischen Late-Night-Show „Last week tonight“. Er sagt: Beim Thema Klimawandel geht es nicht darum, was irgendwelche Leute glauben, sondern um Fakten. Um zu beweisen, wie erdrückend die Faktenlage ist, hat er eine „statistisch repräsentative Debatte“ organisiert, bei der sich drei Klimawandel-Leugner und 97 Wissenschaftler mit ihren Forschungsergebnissen gegenüberstehen. Erkenntnis: Wer den Klimawandel jetzt noch verleugnet, kann genauso gut an der Flachheit der Erde festhalten.

Gegen Stammtisch-Argumente

Für den Fall, dass man gerade keine 97 Wissenschaftler zur Seite hat, wenn ein Gegenüber am Klimawandel zweifelt: Das Video „13 Misconceptions about Global Warming“ des kanadischen Wissenschafts-Youtubers Derek Muller liefert Argumente, die auch auf einen Spickzettel passen.

HÖREN

Crashkurs

Aus welcher Perspektive jemand auf den Klimawandel schaut und welche Interessen er verfolgt, beeinflusst natürlich, wie er sich für Klimaschutz einsetzt (oder nicht) und über das Thema informiert (oder nicht). In der Serie „Crashkurs Klima“ des Hessischen Rundfunks wird das Thema darum aus vier Blickwinkeln betrachtet: Wissenschaft, Medien, Gesellschaft, Politik.

Klima-Häppchen

Bereits über 30 Folgen zählt der „Climate Cast“ des US-amerikanischen Hörfunknetzwerks NPR. Die meisten sind zwischen vier und zehn Minuten lang. Die bisher ausgestrahlten Episoden handeln von den Kosten des Klimawandels, der Speicherung erneuerbarer Energien, von Aktivismus, Wasser, Elektromobilität, dem Umgang der Medien mit dem Klimawandel und vielem mehr.

Eichhörnchen-Orakel

Schon 2013 erschien die Episode „Hot in my Backyard“ des US-Podcasts „This American Life“. Es geht darin um Menschen, die den Klimawandel in dem Moment begriffen haben, als er in ihrem Alltag angekommen ist – etwa in Form von überfahrenen Eichhörnchen –, und darum, wie schwierig die Diskussion über das Thema immer noch ist. 

FOLGEN

Fakten, Fakten, Fakten

Welche Folgen hatte der Dürre-Sommer? Wie häufig wurde 2018 in Talkshows über das Klima diskutiert? Und was kommt bei einem Abgleich der Positionen der Parteien zum Klimawandel mit dem Stand der Forschung heraus? All das sowie Links zu fundierten Artikeln, Bilanzen, Faktenchecks und mehr gibt es auf dem Twitter-Account des Infoportals klimafakten.de.

Gute Wut

Seit August demonstriert die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg regelmäßig vor dem Parlament in Stockholm dafür, dass ihr Land die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllt. Ihr „Schulstreik fürs Klima“ hat Menschen weltweit inspiriert, vor allem freitags schließen sich immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter dem Motto „Fridays for Future“ dem Protest an. Wer Greta auf Twitter folgt, kann an ihren Aktionen, ihrer Meinung und auch an ihrer Wut teilhaben und sich vielleicht sogar zu eigenem Engagement inspirieren lassen.

Titelbild: ALEXANDER GRIR/AFP/Getty Images

Dieser Text wurde veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY-NC-ND-4.0-DE. Die Fotos dürfen nicht verwendet werden.

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