Nicht selten sind es potenzielle Feinde, die zwischen den Messeständen nebeneinander herschlendern auf der Suche nach den schlagkräftigsten Raketensystemen, Sturmfeuergewehren oder Kampfhubschraubern. Die „International Defense Exhibition & Conference“ (Idex) im Emirat Abu Dhabi ist für die Herrscher Arabiens, Afrikas und Asiens ein Pflichttermin – beziehungsweise für ihre Generalstäbe, die sich hier mit den neuesten Waffensystemen eindecken.

Allerdings ist die Idex auch für den Publikumsverkehr offen, weshalb man auf den Ständen der Rüstungsunternehmen durchaus auch Familien und Schulklassen begegnet. Schon Kindern wird versuchsweise mal ein Nachtsichtgerät aufgesetzt, und Teenager schlüpfen in Hightech-Kampfmonturen. Die Begeisterung ziviler Besucher für Waffen ist so offenkundig, dass es auf Beobachter manchmal irritierend wirkt. Das Ende der Produktionskette, die Toten, werden auf der Idex hingegen lieber nicht groß zum Thema gemacht.

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Sauberes Geschäft (Julian Röder)
Sauberes Geschäft (Julian Röder)

Schon gegen Ende seiner Ausbildung war Julian Röder mit einer seiner Serien für die World Press Masterclass nominiert. Aber dann befielen ihn Skrupel, mit Bildern vom Elend der Welt schnelles Geld in der Presse zu verdienen. Er studierte noch mal und begann, konzeptioneller zu arbeiten. Was ihm auch wieder Auszeichnungen einbrachte: Seine Arbeit „Waffen für Arabien“ etwa wurde mit dem Lead Award in Silber bedacht. Fotografiert hat er auf der Waffenmesse in Abu Dhabi im Jahr 2011, als an anderen Orten der arabischen Welt gerade der Arabische Frühling aufblühte. Röder gehört zur Berliner Fotografen-Agentur Ostkreuz.

www.julianroeder.com