Alle elf Sekunden wird irgendwo in der Welt ein Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung. Und besonders oft geschieht dies in den Wüstenregionen Afrikas. In manchen der Länder dort ist diese grausame rituelle Praxis noch weit verbreitet.

Frauen werden bereits als Babys oder bis zum Beginn der Pubertät so sehr verletzt, dass sie oft ein Leben lang traumatisiert sind. Eine Form der Unterdrückung, die auf extrem patriarchale Traditionen zurückgeht. Nur ein beschnittenes Mädchen gilt als „reines“ Mädchen, das gesellschaftlich akzeptiert ist und zwangsverheiratet werden kann.

Unser Film stellt Zion Melak (geboren 1964) vor, die aus Eritrea stammt und von FGM (female genital mutilation) selbst betroffen ist. Zion Melak lebt seit dem Teenager-Alter in Deutschland und hat, um die martialische Beschneidungstradition zu bekämpfen, im Jahr 2014 den Verein Mahaliya gegründet.

Die Arbeit des Vereins konzentriert sich vor allem auf afrikanische Menschen, die in Deutschland ein neues Leben beginnen. Ihnen wird vermittelt, dass diese Tradition hierzulande unter Strafe steht und unter keinen Umständen akzeptiert wird. Es handelt sich um eine schwere Menschenrechtsverletzung, die durch nichts zu rechtfertigen ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass in Deutschland 25.000 bis 50.000 betroffene Frauen leben, weltweit sind es bis zu 200 Millionen. Sogar in Ägypten, wo die Genitalverstümmelung als Gesetzesverstoß gilt, sind 85 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren von FGM betroffen.

Es gibt aber auch Zahlen, die hoffen lassen. Nach Erhebungen von UNICEF ist die FGM-Praxis in den vergangenen Jahrzehnten leicht zurückgegangen. Dennoch: Für Zion Melak und ihren Verein Mahaliya kann dies nur ein Anfang sein, sie wird weiter Aufklärungsarbeit leisten.

Dass dies auch in Europa nötig ist, sieht man an den Zahlen, die jüngst das britische „Health and Social Care Information Center“ herausgegeben hat. Demnach sind in Großbritannien allein im Zeitraum Januar bis März 2016 über 1000 Fälle von Genitalverstümmelung im Lande registriert worden. FGM ist in Großbritannien seit 1985 illegal, und doch gibt es bis zum heutigen Tag keine wirksame Strafverfolgung.

Aber auch in Deutschland werden immer wieder Forderungen laut, sowohl im In- als auch im Ausland aktiver gegen Genitalverstümmelung vorzugehen.

Foto: Torfinn/ laif