Das war´s dann wohl: Donald Trump hat die US-Präsidentschaftswahl gewonnen.  Alle die gehofft haben, dass der Trump-Spuk nach dieser Wahl vorbei ist, müssen sich auf weitere vier Jahre einstellen. Donald Trump wird der 45. Präsident der USA sein. Er hat es geschafft, 270 der insgesamt 538 Wahlleute für sich zu gewinnen. Verlierer sind neben Hillary Clinton definitiv die Demoskopen und Barack Obama, der seine mögliche Nachfolgerin so stark unterstützt hat wie noch nie ein Präsident vor ihm. Den Sieg hat Trump vor allem den weißen Männern zu verdanken. Insgesamt stimmten 55 Prozent der Weißen für ihn, aber nur 8 Prozent der Schwarzen und 27 Prozent der Latinos.

7.40 Uhr: Pennsylvania geht an Trump, der jetzt 264 Stimmen hat

6.40 Uhr: Es sind noch acht Staaten offen. Alaska geht eh an Trump, und in vielen anderen sieht es gut für ihn aus: Wisconsin, Michigan, Pennsylvania, New Hampshire, Arizona. Bis auf Arizona wurden die 2012 alle von Obama gewonnen. Minnesota und Maine könnten noch an Clinton gehen, aber das wird nicht reichen.

Im einstigen sozialdemokratischen Herzland der USA droht für Clinton der finale Schlag

6 Uhr: Trump holt Georgia, Utah, Iowa … Er hat jetzt 244 Wahlmännerstimmen, Clinton 215. Es fehlen Trump also noch 26 Stimmen.

Im einstigen sozialdemokratischen Herzland, der größten Industrieregion der USA, droht für Clinton der finale Schlag. Sollte sie weder Michigan noch Wisconsin gewinnen, wird es für Clinton unmöglich, die Wahl zu gewinnen.

Clinton gewinnt jede Menge Stimmen, aber nur dort, wo es eh erwartet worden war: Kalifornien, Oregon. Es steht damit zwar jetzt 202 zu 187 zugunsten von Clinton, aber es bleibt dabei: Trump holt die entscheidenden Wackel-Staaten und fügt sie den vielen eh eisern republikanischen Staaten hinzu. Genau das geschieht nun auch mit North Carolina.

Die „New York Times“ berichtet, dass die Leute auf der Party in Trumps Hotel in Washington rufen: „Sperr sie ein“. Sie meinen damit Hillary Clinton.

Jetzt kommt es wohl auf die Staaten um die großen Seen an: Michigan, der problembeladene Autostaat, und Wisconsin. Nach der Auszählung der Hälfte der Stimmen liegt Trump auch hier vorn.

Die Leute auf der Party in Trumps Hotel in Washington rufen: Sperr sie ein

4.45 Uhr: Trump holt wohl auch Florida. Zumindest melden das AP und Politico. Dabei war zuvor viel darüber spekuliert worden, ob die große Zahl der lateinamerikanisch stämmigen Frühwähler nicht für Clinton spräche.

Der Albtraum der Demokraten nimmt Gestalt an. Weißes Haus, Repräsentantenhaus, Senat und letztlich auch das Recht, die vakanten Richterposten im Supreme Court auf lange Zeit mit gewogenen Kandidaten zu besetzen – das alles scheint an die Republikaner zu gehen.

Clinton hatte die volle Unterstützung ihrer Partei, sie hatte wesentlich mehr Geld als Trump, konnte sich auf den Wahlkampfapparat von Obama stützen, die meinungsführenden Blätter waren auf ihrer Seite – aber all das könnte nichts genutzt haben.

4.30 Uhr: Ohio geht an Trump. Der Staat, den Obama 2012 mit zwei Prozentpunkten mehr als Mitt Romney knapp gewonnen hatte.

Die Frage, die ziemlich groß im Raum steht: Kann Hillary Clinton ohne Florida und Ohio gewinnen?

Obama schreibt: „Egal, was passiert, morgen geht die Sonne auf“

„This team has so much to be proud of. Whatever happens tonight, thank you for everything“ twittert Hillary Clinton. Das klingt nicht sehr zuversichtlich. Obama schreibt: „Egal, was passiert, morgen geht die Sonne auf.“

Oje. Das ZDF zeigt Bilder von der Wahlparty der Demokraten. Aber was heißt überhaupt Party. Man sieht traurige, kopfschüttelnde, ja sogar weinende Menschen. Ganz anders die Bilder von Trumps Party. Jubelnde Menschen, die den deutschen Reportern drohen, dass Trump nun auch nach Deutschland komme, um dort aufzuräumen.

Chronik der US-Wahlnacht

Empire State Building in der Nacht der US-Wahlen (Foto: REUTERS)
Und dann wurde es doch noch ein haushoher Sieg: das Empire State Building in New York am Wahlabend (Foto: REUTERS)

Das, was viele nicht wahrhaben wollen, nimmt zumindest vage Konturen an. Vielleicht ist es doch so, dass sich viele Trump-Wähler in den Umfragen nicht zu ihm bekannt haben – aber in der Wahlkabine.

3.35 Uhr: Laut „New York Times“ liegt Clinton in fünf von sechs Schlüsselstaaten hinten. Nur in Pennsylvania nicht. In Florida, Virginia, New Hampshire, North Carolina und Ohio hat Trump einen Vorsprung. Aber noch sind ja nicht alle Stimmen ausgezählt.

Im Clinton-Lager wächst die Nervosität

3.30 Uhr: Im Clinton-Lager wächst die Nervosität. Bei 93 Prozent ausgezählten Stimmen liegt Trump in Florida mit 49 zu 48 Prozent knapp vorne. Eine Reporterin der New York Times berichtet, dass die Stimmung auf der Wahlparty der Republikaner steigt und sie aufgefordert wurde, schon mal das für viele Unaussprechliche zu üben: „Präsident Trump“.

Keine Überraschung: Das Repräsentantenhaus bleibt republikanisch. Diese Kammer im Kongress wird von den Republikanern regiert. Sollte Clinton gewinnen, wäre nun zumindest eine Mehrheit im Senat wichtig, damit die Demokraten wenigstens wichtige politische Ämter wie die Verfassungsrichter ernennen, und die Republikaner keinen eigenen Gesetze durchbringen können.

Stand jetzt: 123 zu 97 Wahlmännerstimmen für Trump. 270 muss der Sieger gewinnen.

3 Uhr: Zwei bevölkerungsreiche Staaten wählen unterschiedlich und wie immer: Texas geht mit 38 Stimmen an Trump, New York State mit 29 an Clinton.

2.30 Uhr: Die „New York Times“ spekuliert, dass Ohio an Clinton fallen könnte. Das wäre eine echte Überraschung, weil Trump in den letzten Umfragen relativ deutlich vorn lag.

Spannend wird es tatsächlich in Florida. Dort liegen die beiden Kandidaten Kopf an Kopf

Verschiedene Medien berichten, dass nicht so viele Schwarze zur Wahl gegangen sind wie vor vier Jahren. Dafür aber dürften mehr Latinos zur Wahl gehen, nicht zuletzt, weil Trump dezidiert Einwanderer aus Lateinamerika beleidigt hatte. Insgesamt können 27,3 Millionen lateinamerikanischstämmige Amerikaner wählen – vier Millionen mehr als 2012, als Barack Obama gegen Mitt Romney antrat. Damals  waren über 50 Prozent der Latinos nicht zur Wahl gegangen. In Staaten wie Florida kann ihre Stimme den Ausschlag geben.

2 Uhr: Keine großen Überraschungen: Trump holt unter anderem South Carolina, Oklahoma, und Tennessee, Clinton New Jersey, Massachusetts, Washington DC, Delaware, Rhode Island und Illinois. Spannend wird es tatsächlich in Florida. Dort liegen die beiden Kandidaten Kopf an Kopf.

1.30 Uhr: West-Virginia geht mit fünf Stimmen an Trump. Natürlich hat niemand damit gerechnet, dass Hillary Clinton in den stramm republikanischen Staaten irgendwas gewinnen kann, und dennoch sind manche Ergebnisse schon jetzt bemerkenswert. So hat sie im Osten von Kentucky und in Teilen von West Virginia gerade mal 20 Prozent bekommen. Gegenden, die ihr Mann Bill Clinton bei den Wahlen 1992 und 96 für die Demokraten noch gewinnen konnte.

1 Uhr: Vermont geht mit drei Wahlmännerstimmen an Hillary Clinton, acht Stimmen aus Kentucky und elf aus Indiana an Trump. Alles keine Überraschung. Kentucky ist einer dieser Staaten mit sterbenden Industrien (Auto, Kohle), wo viele arme weiße Amerikaner leben, die sich abgehängt fühlen. Trumps Kernwählerschaft. Das Bruttoinlandsprodukt von Kentucky gehört zu den niedrigsten aller Staaten. Nur Whiskey gibt’s reichlich.

24 Uhr: Die Auszählungen gehen los, und die „Washington Post“ scheint ihre Reporter direkt in der Wahlkabine zu haben. Sie verkündet bereits die ersten Zwischenergebnisse. Nach Sichtung von zehn Prozent der Wahlzettel haben sich im bestimmt schönen Coos County, New Hampshire, 26 Menschen für Trump entschieden, 18 für Clinton.

Die „New York Times“ berichtet: Stimmung im Trump-Lager war den ganzen Tag über eher bedrückt

Die „New York Times“ berichtet in ihrem Newsticker, dass die Stimmung im Trump-Lager den ganzen Tag über eher bedrückt war. Am Morgen hätten sich einige Berater noch vorsichtig optimistisch gegeben, später habe man auf die Frage nach der Stimmung geantwortet: „Not great.“

Hohe Wahlbeteiligung, lange Schlangen vor den Wahllokalen, Unterstützer von Hillary Clinton am Grab der 1906 verstorbenen Frauenrechtlerin Susan B. Anthony. Das sind so die Meldungen, bevor die lange Wahlnacht losgeht. In den Umfragen liegt Hillary Clinton leicht vorn, aber es wäre ja nicht die erste Wahl, die die Prognosen Lügen straft. Remember Brexit.

Titelbild:  dpa/picture-alliance