Was bisher geschah: Arne will eine Frau kennenlernen, will aber nicht mit blöden Sprüchen nerven. Er hat eine Dating-App probiert, in einer Bar sein Glück versucht – beides vergeblich.

Die ideale Welt für mich: Wenn jede Person mit anderen so sprechen würde, als ob sich alle kennen würden. Ohne Unterschiede zwischen Bekannten und Fremden, unkompliziert, freundlich. Und Ablehnungen sind dann auch nicht mehr so schlimm. Ich ändere also mein Vorgehen: Mein Ziel, Frauen anzusprechen, um eine Zusage oder Ablehnung zu bekommen, ist falsch. Mein Ziel ist es, einfach mit Menschen ins Gespräch zu kommen, des Gesprächs wegen. Gleichzeitig will ich aber niemanden mehr ansprechen.Deswegen bastele ich mir ein Schild, das ich mir umhänge. Darauf steht groß auf Deutsch und Englisch: „Hallo, ich bin Arne. Ich bin freundlich. Sprich mich an!“


Samstagnachmittag, ich stelle mich auf eine belebte Straße in Berlin-Kreuzberg, schaue jede Person aufmerksam an, die mir über den Weg läuft, und hoffe, dass ich angesprochen werde.

Das passiert öfter, als ich gedacht hätte. Allerdings sind es vor allem Touristen, die mich nach dem Weg fragen. Ein Engländer fängt ein Gespräch über Fußball mit mir an, ein Pärchen aus Köln erzählt mir von seinen Erlebnissen in Berliner Techno-Clubs. Und dann ist da noch Mateja. Mateja ist für ein Seminar in Berlin. Sie fragt mich, warum ich das Schild trage, und ich erzähle ihr von meinem Experiment. Mateja fängt an zu lachen. „Das finde ich gut“, sagt sie. Sie sei Psychologin und habe während ihres Studiums einige Techniken gelernt, mit denen man Menschen ansprechen könne. „Kennst du Albert Ellis?“, will sie wissen. „Der ist mein großes Vorbild“, antworte ich und lächle zurück. Und dann frage ich sie: „Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“