Einmal nach ganz oben, bitte
Vom Erdgeschoss bis auf 25 Milliarden Kilometer Höhe: Unser Aufzug fährt wichtige Stationen im All an
5,6 km* – – – – – – – – – – –
Das höchste Teleskop der Erde steht auf einem Vulkangipfel in der Atacama-Wüste. Die von Japan betriebene TAO-Sternwarte untersucht zum Beispiel Kometen und andere Galaxien.
* Distanz zur Erde, mittlere Werte, gerundet
11,3 km – – – – – – – – – –
Als höchstfliegender Vogel gilt ein Rüppell-Geier. Er kollidierte 1973 mit einem Passagierflugzeug. Es konnten genug Federn geborgen werden, um den Geier zu identifizieren.
100 km – – – – – – – – – –
Die Kármán-Linie ist die vom internationalen Luftsportverband (FAI) festgelegte Grenze, an der der Weltraum beginnt. Nicht alle erkennen sie an. Für die NASA beispielsweise beginnt das All schon auf 80 Kilometern Höhe.
390 km – – – – – – – – – –
Die chinesische Raumstation Tiangong („Himmelspalast“) fliegt dauerhaft um die Erde. In der Regel sind drei Taikonauten oben, um Experimente durchzuführen. Frühestens Ende 2026 soll ein neues Weltraumteleskop dazukommen, das auf derselben Umlaufbahn unterwegs ist und an Tiangong andocken kann, wenn es gewartet werden muss.
415 km – – – – – – – – – –
Die Internationale Raumstation ISS betreiben NASA, ESA, Roskosmos (Russland), JAXA (Japan) und CSA (Kanada) zusammen. Die Station ist etwa so groß wie ein Fußballfeld und dauerhaft bewohnt. Eine Crew bleibt in der Regel ein halbes Jahr oben, ebenfalls um Experimente durchzuführen.
693 km – – – – – – – – – –
Copernicus Sentinel-1D startete Anfang November 2025 vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. Der Satellit liefert hochauflösende Radarbilder von der Erdoberfläche, die Katastrophenschutzteams, Umweltbehörden und Klimaforschende nutzen.
700 km – – – – – – – – – –
Bisher lagern Daten in Clouds auf (sehr irdischen) Speichern. Um Energie zu sparen und die Datenübertragung zu beschleunigen, wollen Unternehmen Server ins All auslagern. Dort ist genug Sonnenlicht, um die Server über Solarenergie zu versorgen, gleichzeitig kann man sie im Erdschatten kühlen. Ada Space aus China betreibt bereits ein Rechenzentrum aus zwölf Satelliten, eine europäische Weltraum-Cloud ist auch geplant.
bis 2.000 km – – – – – – –
Jede Umlaufbahn bis zu dieser Höhe gilt als niedrige Erdumlaufbahn. Stellt man sich den Weltraum als Verkehrsnetz vor, ist der LEO (low earth orbit) die dicht befahrene Innenstadt: Ein Großteil der Satelliten und des Weltraumschrotts fliegt hier herum.
ab 2.000 km – – – – – – –
Als mittlere Erdumlaufbahn (MEO) zählen Bahnen bis etwa 36.000 Kilometer Höhe. In unserer fiktiven Weltraumstadt haben wir die Vorstadt erreicht. Hier ist es ruhiger: weniger Satelliten, weniger Schrott.
bis etwa 10.000 km – – –
Die Erdatmosphäre ist eine gasförmige Hülle, die die Erde umgibt. Sie schützt vor schädlicher Strahlung, reguliert das Klima und ermöglicht organisches Leben.
35.786 km – – – – – – – – –
Über dem Äquator bewegen sich Objekte mit derselben Geschwindigkeit um die Erde, mit der sich die Erde um sich selbst dreht. Das nennt sich geostationäre Umlaufbahn (GEO) und ist praktisch für Wettersatelliten, weil sie permanent dieselbe Erdregion beobachten können.
323.000 km – – – – – – –
Lagrange-Punkte sind Orte, an denen sich die Gravitationskräfte zweier Himmelskörper aufheben. Heißt: Raumschiffe verbrauchen wenig bis keinen Treibstoff, wenn sie dort schweben. Es gibt nicht viele Lagrange-Punkte, die für die Raumfahrt relevant sind, daher könnte es Streit um sie geben. Der Lagrange-Punkt 1 zwischen Mond und Erde etwa eignet sich für Mondmissionen, weil man dort treibstoffsparend eine Zwischenstation für Raumfahrzeuge oder Kommunikationssatelliten betreiben könnte.
384.000 km – – – – – –
Der Mond. Der letzte Mensch war 1972 da. Dann war es lange still um ihn. Bis es der indischen Sonde Chandrayaan-3 vor zwei Jahren als erster gelang, in der Südpolregion des Mondes zu landen, wo große Mengen an Wassereis vermutet werden. Die NASA möchte in den kommenden Jahren wieder Menschen zum Mond schicken, China will sogar eine Mondforschungsstation an dessen Südpol errichten.
1,5 Mio. km – – – – – – – –
Um den Lagrange-Punkt 1 im Erde-Sonne-System halten sich einige Sonden auf. Denn L1 ist ideal, um das Weltraumwetter und Sonnenwinde zu beobachten.
1,5 Mio. km – – – – – – – –
Am Lagrange-Punkt 2 zwischen Erde und Sonne haben Teleskope eine ungestörte Sicht ins All. Das James- Webb-Teleskop und Euclid blicken von dort ins Universum, um mehr über seinen Ursprung, Exoplaneten und dunkle Materie herauszufinden.
11 Mio. km – – – – – – – –
Wie schützt man die Erde vor dem Einschlag eines Asteroiden? Dimorphos wurde einfach weggeschubst. Elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt, war er der erste Asteroid, den eine Sonde auf eine andere Bahn stieß. Die europäische Raumsonde Hera fliegt gerade zu Dimorphos, um die Folgen des Stoßes zu untersuchen. Erwartete Ankunft: Dezember 2026.
150 Mio. km – – – – – – – –
Die Sonne. Ohne sie gäbe es kein Leben auf der Erde. Wie jeder Stern wird auch sie irgendwann aufhören zu leuchten. Laut Schätzungen in fünf Milliarden Jahren. Bis dahin ist die Erde aber eh unglaublich heiß und unbewohnbar.
228 Mio. km – – – – – – – –
Auch auf dem Mars ist es echt ungemütlich. Er ist trocken und staubig, die Strahlung ist tödlich. Ressourcen gibt es auch nicht, soweit wir wissen. Roboter erkunden derzeit seine Oberfläche, um herauszufinden, wie es früher auf dem Mars war und ob es dort Leben gab.
300 Mio. km – – – – – – – –
Ryugu ist der erste Asteroid, von dem Material zur Erde zurückgebracht wurde. 2020 kehrte die japanische Sonde Hayabusa2 mit 5,4 Gramm Ryugu heim.
25 Mrd. km – – – – – – – –
Die Voyager-1-Sonde ist 1977 losgeflogen. Und fliegt. Und fliegt. 25 Milliarden Kilometer ist sie jetzt entfernt, weiter als jedes andere Objekt, das Menschen je ins All geschickt haben. Wobei: 25 Milliarden Kilometer klingen weit, entsprechen aber auch nur etwa einem Lichttag.
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