Auf uns
Einen Feiertag fürs Erwachsenwerden? Gibt’s in Japan für alle 20-Jährigen. Am Seijin no Hi haben wir Mae Chikuba begleitet
7.00 Uhr
Der Furisode ist der festlichste Kimono für unverheiratete Frauen und ziemlich teuer. Ich hatte Glück: Meine Oma hat mir zu meinem 16. Geburtstag einen gekauft. Wer sich keinen leisten kann, leiht ihn oder kommt im Anzug, wie es die meisten Männer machen. Mir war es aber wichtig, einen Furisode zu tragen, etwas, das nur für Festlichkeiten bestimmt ist. Den Furisode anzuziehen, dauert etwa eine Stunde. Alleine kann ich das nicht, deshalb habe ich dafür jemanden gebucht.
8.00 Uhr
Für Frisur und Make-up bin ich zu dem Friseursalon gegangen, bei dem ich immer bin. Ich war ziemlich aufgeregt und wollte deshalb Menschen um mich haben, die ich kenne.
10.00 Uhr
Anschließend habe ich am Meiji-Schrein ein Fotoshooting gemacht. Der Schrein ist dem Meiji-Kaiser und seiner Frau gewidmet. Es war irgendwie ein sehr friedlicher Moment, obwohl oder vielleicht gerade weil auch viele andere Frauen im Furisode da waren. Viele Leute dort haben mir gratuliert. Das ist echt selten in Japan. Bei uns gilt es eigentlich als unhöflich, die Privatsphäre anderer nicht zu respektieren.
12.00 Uhr
Der offizielle Teil der Feier, der Seijin-shiki, fand schon um 10.30 Uhr statt, mit einer Rede des Bürgermeisters. Mir waren das Fotoshooting und die Shintō-Zeremonie aber wichtiger. Die Fotos bleiben für immer. Später bin ich trotzdem noch zum Rathaus gefahren und habe Leute getroffen, die ich noch aus der Schule kannte – das war richtig schön. Am Seijin no Hi geht es auch darum, sich nach Jahren wieder zu treffen und etwas Gemeinsames zu erleben.
15.00 Uhr
In meinem Furisode fühlte ich mich richtig gesehen in der ganzen Stadt. Später am Nachmittag habe ich wieder meine normalen Klamotten angezogen und mich mit Freundinnen und Freunden zum Abendessen getroffen.
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