Thema – Klimawandel

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Als Ökonomin sieht Claudia Kemfert gute Chancen, dass wir den Klimawandel und seine schlimmsten Folgen noch eindämmen können – wenn wir unsere Wirtschaft konsequent umbauen und unser Leben ändern. Und sie will zeigen, dass das Spaß machen kann

  • 10 Min.
Eine Hand hält einen großen Eiswürfel über einem Teller (Foto: Moritz Jekat)

fluter: Sie betrachten das Thema Klimawandel vor allem ökonomisch. Was wird er uns denn kosten?

Claudia Kemfert: Leider hängt kein Preisschild am Klimawandel. Wir können die Kosten aber grob berechnen, indem wir die Folgen kalkulieren: Die Temperatur steigt weltweit deutlich. Extreme Wetterereignisse wie Stürme und Regen mit Überflutungen werden häufiger und intensiver. Das verursacht Schäden an Infrastrukturen wie Gebäuden und Straßen. Dürren führen zu Ernteeinbußen. Und so weiter. Zahlreiche Klimaforscher rechnen deswegen mit Schäden in Höhe von bis zu zehn Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts bis zum Ende des Jahrhunderts, wenn es zu einem ungebremsten Klimawandel kommt.

Trotzdem gibt es von Ihnen ein Buch mit dem Titel „Die andere Klima-Zukunft – Innovation statt Depression“. Sind Sie jetzt, zehn Jahre später, immer noch so optimistisch?

Es gibt eine Vielzahl von Akteuren, die sich darauf spezialisiert haben, Fehlinformationen zu verbreiten“

Klar! Auch wenn es langsam geht und es manchmal Rückschritte gibt, zeigt sich immer deutlicher: Ein Umstieg auf grüne Technologien bringt große ökonomische Chancen, viele zukunftsfähige Jobs und neue Märkte. Die alternativen Energien sind weiterentwickelt und immer preiswerter geworden. Und zum Glück gibt es auch politisch zahlreiche Fortschritte: Auf den Weltklimakonferenzen wurde international verbindlich beschlossen, mehr für den Klimaschutz zu tun. Es geht da jetzt um den gesamten Instrumentenkasten der Politik, also nicht nur den Umbau der Energieversorgung, sondern etwa auch der Bereiche Verkehr, Landwirtschaft, Gebäudedämmung und so weiter.

Warum gibt es, wenn das alles so klar ist, immer noch so viel Widerstand und Zweifel? Zweifel sogar, ob der Mensch den Klimawandel überhaupt verursacht.

Es gibt eine Vielzahl von Akteuren, die sich darauf spezialisiert haben, Fehlinformationen zu verbreiten. Und die werden durch die sozialen Medien noch verstärkt, weil viele Menschen die Welt gerne einfacher hätten. Dahinter stehen oftmals Interessen der Kohle-, Gas- und Mineralölindustrie, deren Geschäftsmodelle schwinden und die nun alle Hebel in Bewegung setzen, um noch möglichst viel zu retten – durch bezahlte politische Einflussnahme und PR-Kampagnen. Dabei gibt man sich gerne einen wissenschaftlichen Anstrich, verbreitet in Wahrheit aber oft interessengeleitete Mythen. Wir alle, Gesellschaft, Medien und Politik, müssen in diesen schnelllebigen Zeiten lernen, hier sauber zu unterscheiden. Man sieht derzeit in Amerika, wie erfolgreich simpel gestrickte Verschwörungstheorien fundierte Fakten verdrängen.

 

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Weltraumtapete (Foto: Maury Gortemiller) (Maury Gortemiller)

Tolle Atmosphäre: Es ist eine sehr dünne Gasschicht, die uns Erdenbewohner atmen und leben lässt. Die gilt es zu schützen

(Maury Gortemiller)

Gibt es in der Wissenschaft selbst noch Kontroversen zum Klimawandel?

Natürlich, Diskurs gehört zum Wesen der Wissenschaft. Aber wir streiten nur noch darüber, wie die Auswirkungen des Klimawandels genau aussehen werden – immerhin geht es um Simulationen für sehr lange Zeiträume. Im Grundsatz gibt es aber kein Erkenntnisproblem. Der menschengemachte Klimawandel gilt als zu 97 Prozent sicher. Manche fordern 100 Prozent Gewissheit. Gut, kann man machen. Nur: Wer würde in ein Flugzeug einsteigen, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent abstürzen wird?

Sie haben die Kohlekommission beraten, die einen Kompromiss für den deutschen Kohleausstieg erarbeitet hat: 2038 soll das letzte Kraftwerk vom Netz gehen, die Betreiber sollen Entschädigungen bekommen und die Kohleregionen Unterstützungen für den Strukturwandel. Was sagen Sie einem Kohlearbeiter, der um seinen Arbeitsplatz bangt?

Genau darum ging es in der Kommission: Indem man die Sichtweise der direkt Betroffenen einbezogen und Strukturhilfen vereinbart hat, soll dieser gesellschaftliche Konflikt befrie­det werden. Die Menschen haben sehr wertvolle Arbeit geleis­ tet und können das auch in Zukunft tun. Rund 20 Jahre sind für alle genug Zeit, um sich abhängig von Qualifikation und Alter neue Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Gefährlich ist es, wenn man zu lange an der Vergangenheit festhält. Dann muss man den Menschen irgendwann wirklich große Härten zumuten.

Profitieren von den neuen Märkten und Technologien nur die Industrieländer? Was ist mit den Staaten des globalen Südens?

„Zugang zu Energie heißt auch Zugang zu mehr Partizipation, Demokratie und Wohlstand“

Gerade in den Entwicklungsländern gibt es enorme Chancen. Solarenergie zum Beispiel ist als dezentrale Energieversorgung vor allem in den Regionen besonders gut geeignet, in denen die Menschen bisher keinen Strom haben. Das Beste daran: Zugang zu Energie heißt auch Zugang zu mehr Partizipation, Demokratie und Wohlstand.

Das klingt gut. Aber die Entwicklungs- und Schwellenländer werden eher zu den Verlierern des Klimawandels gezählt.

Vorsicht: Klimawandel und Klimaschutz sind nicht dasselbe! Wenn es um die Folgen des Klimawandels geht, dann sind in der Tat viele dieser Regionen be­nachteiligt. Gerade Afrika, wo ganze Landstriche durch extreme Hitze und Dürre unbewohnbar werden. Industriestaaten wie Deutschland können mit Extremwetterereignissen immer noch besser umgehen. Deshalb müssen sie den Ländern des globalen Südens bei der Anpassung helfen. Die Chancen des Klimaschutzes hingegen sehe ich für alle Länder.

Zur globalen Perspektive gehört auch, dass es das sogenannte Trittbrettfahrer-Dilemma gibt: Alle Länder profitieren davon, wenn sich möglichst viele Staaten zu CO-Einsparungen verpflichten. Doch zugleich ist es für jedes einzelne Land immer noch von Vorteil, die eigene Wirtschaft anzukurbeln, ohne auf den CO-Ausstoß zu achten. Wie kann das gelöst werden?

Indem wir uns auf die genannten Chancen kon­zentrieren: Gerade in den USA sieht man ja, dass die erneuerbaren Energien schon heute für Inves­toren attraktiver sind. Obwohl die ofizielle Poli­tik den Klimaschutz nicht mehr für notwendig hält, findet er dort statt – indem immer mehr Geld aus der fossilen Industrie abgezogen wird und in die Erneuerbaren fließt. Das sind wichtige Marktsi­gnale. Auch wenn die US-­Regierung und andere Staatschefs das derzeit nicht wahrhaben wollen: Klimaschutz zahlt sich aus!

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Rote Ampel vor einer Wolke (Sam Johnson)

Müsste gleich grün werden: Viele Menschen hoffen auf Klima­schutz durch „Green Technology“

(Sam Johnson)

Sie glauben hier offenbar sehr an die Marktkräfte.

Tatsächlich ist der Markt heute so weit, dass der Klimaschutz im Grunde gar nicht mehr aufzuhal­ten ist. Aber dem sind auch 20 Jahre vorausge­gangen, in denen man politisch die nötigen Rahmenbedingun­gen schaffen musste. Da hat Deutschland mit der Förderung alternativer Energien viel geleistet. Dadurch sind sie erst wett­bewerbsfähig geworden.

Aber Deutschland verpasst auch sein selbst gestecktes Ziel, den CO-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Ist die deutsche Klimapolitik gescheitert?

Gescheitert ist das falsche Wort. Es ist mühsam, aber es geht voran. Wir haben die Erneuerbaren erfolgreich gefördert und haben jetzt den Kohlekompromiss. Nun muss die restliche Wirtschaft CO₂­-frei werden. Das ist noch ein langer Weg, aber die 2030er­Ziele – also die Reduktion der Treibhausgas-­Emis­sionen um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 – sind erreichbar. Mich stimmt optimistisch, dass die Bevölkerung sehr klar mehr Klimaschutz fordert und dass auch immer mehr Kommunen und öffentliche Einrichtungen auf alternative Energien setzen. Eine weitere wichtige Maßnahme wäre eine CO2­-Steuer. Allerdings muss man dabei die sozialen Verwer­fungen im Blick haben, zu denen das führen kann, wie man an den französischen Gelbwesten sieht. Da braucht es kluge Ausgleichsmaßnahmen. 

Auf der anderen Seite steht: Heute kostet die Kilowattstunde Strom gut doppelt so viel wie im Jahr 2000 – und das, obwohl erneuerbare Energien immer günstiger werden. Hauptpreistreiber neben den Netzentgelten ist die Umlage für erneuerbare Energien, die aktuell 23,6 Prozent des Strompreises ausmacht.

Der Strompreis steigt ja nicht wegen der erneuerbaren Energien, diese werden nämlich immer billiger

Moment, Sie gehen gerade den fossilen Lobbyisten auf den Leim! Der Strompreis steigt ja nicht wegen der erneuerbaren Energien, diese werden nämlich immer billiger. Allerdings werden die gesunkenen Kosten nicht an die Verbraucher weitergereicht. Schlimmer noch: Die erneuerbaren Energien senken die Börsenstrompreise. Das wird aber nicht sichtbar, weil die EEG-Umlage (EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz) – und das ist politisch gewollt – sich automatisch erhöht, wenn der Börsenpreis sinkt. 

Je niedriger der Börsenpreis, desto höher die Umlage. Was die Netzumlage tatsächlich explodieren lässt, sind Kohleabwrackprämien, Traumrenditen für Netzbetreiber und sonstige Geschenke für die konventionelle Energiewirtschaft. Nur wird darüber nicht berichtet. Es ist einfacher, die erneuerbaren Energien als Sündenbock für angebliche Strompreissteigerungen zu stigmatisieren. Technisch und ökonomisch ist die Energiewende kein Problem, eher politisch: Wer will, findet Wege; wer nicht will, findet Gründe.

Es gibt auch Experten, die bezweifeln, dass die Erneuerbaren mit der nötigen Verlässlichkeit Strom liefern können. In letzter Zeit wurde berichtet, dass Industriebetriebe ihre Anlagen vorübergehend abschalten mussten, weil weniger Strom aus Erneuerbaren da war, als erwartet wurde.

Auch das ist Lobbyisten-Latein: Den erneuerbaren Energien wird hier erneut der Schwarze Peter zugeschoben. Denn versorgungssicher sind die erneuerbaren Energien allemal. Klar scheint nicht immer die Sonne und weht nicht immer der Wind. Aber erneuerbare Energien sind Teamplayer. Mal liefert die eine, mal die andere Quelle mehr Energie. Man muss sie bloß klug miteinander verzahnen, also dezentral, intelligent und flexibel. Genau dies tun beispielsweise sogenannte virtuelle Kraftwerke. Auch Speicher werden künftig eine wichtigere Rolle spielen. Die Versorgungssicherheit wird nicht durch den Wechsel der Energiequelle gefährdet, sondern weil fossile Lobbyisten kluge Lösungen und günstige Rahmenbedingungen für virtuelle Kraftwerke blockieren. 

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Claudia Kemfert

Claudia Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung

Und was ist mit dem Rebound-Effekt? Treibhausgas-Ein- sparungen verpuffen oft, weil der Konsum mit den neuen Technologien insgesamt zunimmt.

Das Problem ist ernst zu nehmen. Bekanntlich sind die deutschen Automotoren in den letzten Jahren viel effzienter geworden, doch zugleich haben die Hersteller immer größere und schwerere Fahrzeuge gebaut. Damit verbesserte Energieeffizienz auch zu reduziertem Verbrauch führt, brauchen wir einen breiten Instrumentenkasten: etwa eine Erhöhung der Dieselsteuer, eine Quote für Elektroautos, die Förderung des ÖPNV, eine CO₂-Bepreisung, aber auch ein Tempolimit.

Würden die Bürger, aber auch Unternehmen und Institutionen diese Maßnahmen nicht als Zumutungen empfinden?

Ich mag diese Verzichtsdebatten nicht. Statt zu jammern, was alles nicht mehr geht, sollten wir uns freuen: Mit Klimaschutz bleibt die Welt lebenswert. Klimaschutz macht Spaß. Und nachhaltig konsumieren ist einfach. 

 

Leider zeigt die Statistik, dass ausgerechnet die einkommensstarken Haushalte besonders zum Klimawandel beitragen. Dabei hätten gerade sie es leicht, das zu ändern. Klar muss man dafür seine Konsumgewohnheiten überdenken. Das ist keine Frage des Geldes, sondern des Geistes.

Was tun Sie denn selbst für den Klimaschutz, und was macht daran Spaß?

Für mich ist das ein Lebensgefühl. Klimaschutz ist gesund und schont den Geldbeutel. Meine Klimabilanz ist ganz okay. Ich fahre Fahrrad, ich kaufe regionale Produkte, ich achte generell auf die Ökobilanz meines Konsums. Leider muss ich beruflich viel in die weite Welt fliegen. Um die Emissionen wenigstens zu kompensieren, spende ich an internationale Klimaschutzprojekte wie etwa Waldaufforstungen.

Lässt es Sie nicht verzweifeln, dass immer noch große wirtschaftliche und politische Strukturen gegen den Klimaschutz stehen?

Nein, nach 25 Jahren in der Wissenschaft weiß ich, dass es immer wieder auf und ab geht. Besonders ermutigend finde ich aktuell die ungeheuer starke demokratische Klimaschutzbewegung von jungen Leuten rund um den Globus. Diesen Druck von unten brauchen wir! 

Titelbild: Moritz Jekat

Dieser Text wurde veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY-NC-ND-4.0-DE. Die Fotos dürfen nicht verwendet werden.

7 Kommentare
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T.
  ·  
06.05.2019-06:05

Alles Murkst , die Strompreise werden explodieren. Die Rechnung zahlt wie immer der Bürger. Co2 ist für Photosynthese notwendig. Deutschland kann und wird die Welt nicht retten. 2018 lag die mittlere Temp. bei 14,8 Grad....1850 lag sie bei 15 Grad. Diese Panikmache nervt.
Was kommt als nächstes? Und wie soll ein Geringverdiener den Strom bezahlen, Heizen oder einen wahnsinnig teuren E-Wagen kaufen?

Omniom
  ·  
10.08.2019-12:08

Der Kommentar von T. ist sehr lustig

Frank Kirchner
  ·  
14.10.2021-01:10

Das ist doch denen wurscht wie sie das bezahlen, dann härten Sie sich rechtzeitig ab !! Sie müssen lernen die Welt zu retten, kleiner geht´s nicht.

I. v. Berg
  ·  
18.08.2021-02:08

Sehr lustig ist so ein Kommentar für jemanden, der ein gesichertes Einkommen hat mit dem er sicher seine Stromrechnung bezahlen kann. Und dass es schon Blackouts gegeben hat, weil die Stromstärke nicht so gut gehalten werden kann, weil es statt früher einem Störfall heute 1000 gibt - oder ist das Fake? Wind und Sonne kann man nun mal nicht regeln, ein Verbrennungskraftwerk schon. Mir kommt es eher so vor, dass die Klimaschützer die Realität nicht wahr haben wollen. Es ist in der Geschichte noch nie gut gegangen, wenn etwas mit Gewalt durchgezogen wurde. Veränderungen sollten sanft erfolgen. Durch wissenschaftliche und durch Erfahrung belegte Studien. In D. sind wir vom Klimawandel nicht wirklich bedroht. Und wir retten die Gegenden nicht dadurch, dass wir solche Kraftwerke nicht mehr betreiben.

Warum wird so auf Batterieautos gesetzt? Mit meinen beiden E-Bikes habe ich erlebt, dass die Batterien nach ein paar Jahren Aussetzer haben. Da muss man schon mal öfters zu Fuß nach Hause gehen, weil das Fahrrad sich ohne Akku so schwer treten lässt. Wie soll das denn bei den Autos sein? Da kann man schlecht die Füße einsetzen. Aber bei denen passiert das ja nicht. Wasserstoff ist zu teuer - aber es ist am Anfang immer teuer, wenn etwas Neues erfunden wird. Die Massenproduktion könnte es doch preiswerter machen? Oder die Forschung, es besser hinzukriegen. Vielleicht können aber Physiker auch gleich sagen, das hat keinen Zweck. Oder Chemiker. Denn die Physik, die Chemie, die nach Naturgesetzen erfolgt, lässt sich nicht von wirtschaftlichen oder psychologischen Ideen beeinflussen.

Was ist mit Nicola Tesla, mit seinem speziellen Motor? Alles Humbug? Das Perpetuum mobile hat jedenfalls was. vielleicht könnte man nach dem Prinzip einen energiesparenden Motor bauen? Oder gar nicht mehr mit Motor, sondern mit Luftkissen? Hat mein Lebensgefährte vorgeschlagen. Der ist ja u. a. Ingenieur, Maschinenbauingenieur, DDR. Da standen die westdeutschen Firmen gleich nach der Wende Schlange um sie anzuwerben hat er zu mir gesagt. Ich habe keine Ahnung von sowas, aber Luftkissen finde ich auch gut. Das war mal eine Zeitlang in, kleine Luftkissenfahrzeuge für die Kinder. Hat Spaß gemacht, damit zu spielen. Warum wird das in der Praxis nicht genutzt? Weil man damit übers Land fahren kann? Keine Straßen benutzen muss? Aber dann bleiben die doch länger heil. Ist doch sicherer und kontrollierbarer als ein Fluggerät. Man sollte den Menschen mehr Verantwortung überlassen. Die Idee eines Hippiestaates finde ich gut. Nur leider fühlt sich das für mich nicht gerade an, angesichts der ganzen Corona-Kacke.

Physik und Chemie machen Spaß. Wenn man es richtig vermittelt. Ich hatte einen guten Physik- und einen guten Chemielehrer. Der Physiklehrer hatte Humor. Irgendwie mochte ich die beiden Fächer. Die waren nicht so langweilig wie die anderen. Wie sieht es heute bei den Ingenieurstudenten aus? Was können sie forschen? Wie viel Freiheit haben sie? Eigentlich geht es doch heute nur um Stellen und Existenzsicherung. Wie im 19. Jahrhundert. So viel staatliche Kontrolle erstickt alles im Keim. Die Förderung von Großbetrieben, um diese besser kontrollieren zu können. Warum? Um Bußgelder einzustreichen? Nein, das machen sie ja in den kleineren Betrieben und beim Normalbürger. Der Staatkönnte doch auch eigene Firmen einrichten, mit fähigen Leuten, die in den privaten Firmen nicht ihr Glück sehen. Privat heißt nicht unbedingt besser, denn da soll ja immer gleich Profit, das heißt Gewinn erwirtschaftet werden. Das erzeugt einen hohen Druck, dem viele nicht gewachsen sind. Denn man geht ja nicht arbeiten um des Spaßes willen. Wer kann sich das schon leisten. Nein, wir brauchen das Einkommen um unser Leben zu bezahlen. Wir können leider nicht von Luft und Liebe leben.

Wenn der Staat zum Beispiel emissionsarmes Wohnen belohnen würde. Das Bauen von Mini-Häusern zum Beispiel. Anstelle von riesigen Einfamilienhäusern. Die man verkaufen muss, wenn man Hartz4-Empfänger wird. Oder zumindest Angst davor haben muss. Es ist doch nicht mehr zeitgemäß. Im Sinne des Klimaschutzes könnten da doch Gesetze erlassen werden. Denn spätestens wenn sich Kinder ansagen, ändert sich oft die Meinung. Weil es natürlich leiser ist, wenn Kinder viel Raum zum Spielen im Haus haben. Aber sie könnten doch auch raus gehen, das tut ihnen sowieso am meisten gut.

Auf engem Raum wohnen ist schon schwieriger als auf großem. Aber die vorteile sindnicht von der Hand zu weisen: weniger Aufwand zum Putzen, mehr Nähe innerhalb der Familie, weniger Besitz, mehr Zeit für Familie und/oder Hobbies.

Die Kommunen könnten doch so was erlassen, dass auf Baugrundstücken für Wohnhäuser die Größe reglementiert wird. Und auch auf die Heizung einfluss nehmen, Wärmepumpe und Strom als Heizung, statt fossiler Brennstoffe.

Was so eine Heizung an Öl verballern kann, das ist nicht wenig. Wenn der Strom grün ist, kann man ihn doch auch zum Heizen nehmen. Nur leider ist ja geradein den Wintermonaten meist nicht so viel davon da. Also eigentlich nur in den Sommermonaten nutzbar. Man könnte ihn auch zum Befüllen von Pumpspeicherwerken benutzen, das ist ja eine Art Stromspeicher. Wird Strom gebraucht, wird das Wasser abgelassen. Ist eine bessere Batterie als die aus Chemie. Langfristig gesehen sicher besser für die Umwelt.

Genauso das Vorhaben, Gebäude zu dämmen. Erst mal die Energie, die dazu gebraucht wird, die Dämmung herzustellen. Dann die Baustoffe, die dazu verwendet werden. Es sind entweder chemisch erzeugte (Styropor z. B.) oder aber Steinwolle. Leider sind viele von ihnen auch leicht entzündlich. Ich bin davon gar nicht überzeugt. Preistechnisch rechnet sich das auch kaum und oft entsteht Schimmel in den Gebäuden.

Es gab da früher mal eine Werbung, da ging es um ein Baby, seinen Vater? und dessen Rente. Die könnte man doch ummodeln. Mein Kind, meine Zukunft. Nicht immer an Geld denken, sondern an Lebensqualität. Viele sind ja so gestrickt, dass sie denken, ich arbeite bis zur Rente und dann mache ich es mir schön. Aber mit 67 sind die meisten doch schon verbraucht. Was hat man dann noch davon? Außerdem ist es fraglich, wie das funktionieren soll. Wer soll denn die ganzen Alten ernähren? Es ist doch völlig unrealistisch. Das wusste man schon vor 40 Jahren, dass diese Entwicklung kommen wird. Das haben wir in der Schule gelernt in der DDR. Da hätte man schon nachdenken können, wie man dieses System ändert. In anderen Ländern wird die über Steuern finanziert und der Staat zahlt nur eine Mindestrente. Das ist auch der einzig richtige und gerechte Ansatz. Diese Sozialsystem ist so was von ungerecht, es frisst die Schwachen und stärkt die Starken. Die Kappung des Krankenkassenbeitrags ab einem Einkommen von etwa 6000? Euro - ist total ungerecht. Sicher, wenn jemand eine Million verdient, sollte er vielleicht nicht diese rund 17 Prozent seines Einkommens an KA abdrücken. Aber die Hälfte wäre doch ok. Der solidarische Gedanke, den Heinz Ehrhardt damals hatte, ist völlig abhanden gekommen. Fast jeder denkt- Warum soll ich für andere zahlen? Das ist der Grund, weshalb es immer schlechter wird. Es sind die Menschen und das von ihnen getragene System. Am meisten müssen die Geringverdiener "bluten". Die, die sich nicht wehren können. Das hat jetzt zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber für mich spielt es eine große Rolle.

Warum werden vom Staat nicht umweltfreundliche Existenzgründungen gefördert? Kann sein, dass ich es schon mal geschrieben habe. Manchen Leuten fehlt es ja nur an Geld. Zum Beispiel für einen Unverpackt- oder Art Tante-Emma-Laden. Letztere waren so ähnlich wie heute viele "Spätis". Mit nicht so großen Auflagen, damit es leichter ist.

Frank Kirchner
  ·  
14.10.2021-01:10

Argumente zählen nicht und werden ignoriert. Es ist eine politisch beschlossene Sache. Reduzierung des Lebensstandardes und damit Veränderung der Gesellschaft. Das ist erkennbar aus den Anfängen der Klimaschutzbewegung. Im Grunde eine Anmaßung des Menschen er könne das Klima signifikant beeinflussen. Wäre CO2 wirklich ein Erwärmungstreiber, dann würden ALLE Staaten der Welt versuchen sofort Kernkraftwerke zu bauen. Aber das hieße, daß der Strom günstig würde und dann gäbe es noch mehr Verbrauch und steigenden Lebensstandard - und das ist nicht gewollt.

I. v. B.
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18.08.2021-02:08

Ich wünsche mir, dass die Frau Kemfert Recht hat. Einen Kommentar habe ich ja bereits geschrieben, der die andere Seite aufzeigen will, die Zweifel am Machbaren. Morgens bin ich auch irgendwie pessimistischer.
Aber ich stecke schließlich nicht drin in der Materie.

Frank Kirchner
  ·  
14.10.2021-01:10

Zum ersten Mal diese Seite gesehen. Und ? Um Gottes Willen was ist denn das für eine kranke Seite. !! Apokalypse ib jedem Artikel. Und Frau Kemfert darf natürlich nicht fehlen. Mitglied des Club of Rome, Mojib Latif ist Präsident von Deutschland. Diese Frau hat in Talkshow der vergangenen Jahre derartig viel naiven Unsinn erzählt, natürlich falsche Zahlen inbegriffen. Ich frag mich auf Grund dessen wie der prof.Titel zustande komt.