Eigentlich ist es nur ein weißes Blatt Papier, das der Wind trägt. Für den 12-jährigen Dylan ist es aber viel mehr als das. Wenn Dylan aus dem weißen Blatt einen Papierflieger faltet und ihn durch die Luft segeln lässt, kann er alle Sorgen hinter sich lassen. 
 
Mit Robert Connollys „Paper Planes“ startet die Sektion Generation der 65. Berlinale mit einem federleichten Film. Er erzählt die Geschichte von Dylan (Ed Oxenbould) und beschreibt seinen Weg zum Glück. Dylan lebt mit seinem Vater irgendwo im Outback Australiens. Er ist aufgeweckt und vermittelt das Gefühl, dass er mit allem spielend leicht umgehen kann. Eines Tages kommt ein neuer Referendar in die Schule. In der ersten Stunde sollen die Schüler einen Papierflieger falten. Dylan ist begeistert und beginnt sofort, aus dem unscheinbaren Blatt Papier etwas zu basteln, das sein Leben verändern wird: (s)einen Papierflieger. Dieser fliegt über solch eine weite Strecke, dass der Referendar im Scherz sagt, er könne eine Karriere starten. Eine Karriere mit Papierfliegern? Kaum zu glauben, aber das geht tatsächlich.
 
Denn jährlich finden diverse Papierflieger-Wettbewerbe statt, bei denen Menschen aus aller Welt teilnehmen und ihre Flieger aus Papier schweben lassen. Dylan schafft es zu den australischen Meisterschaften, wo er sich mit der Japanerin Kimi (Ena Imai) anfreundet. Doch seine Mitstreiter sind nicht alle positiv gestimmt; sein Konkurrent, der Fiesling Kevin (Nicholas Bakopoulos-Cooke), macht ihn währenddessen das Leben schwer.
 
Doch es gibt auch ein Leben neben dem Wettbewerb. Dylans Vater (Sam Worthington) leidet unter dem Tod seiner Frau und vertreibt seine Zeit hauptsächlich vorm Fernseher. Dylan scheint besser mit dem Tod seiner Mutter umgehen zu können. Denn er hat die Papierflieger, die ihn alles Schlechte in seiner Umgebung vergessen lassen. Faltet er einen Papierflieger und lässt ihn durch die Luft fliegen, denkt er an die schönen Zeiten mit seinen Eltern. Bewegend ist eine Szene zum Schluss, bei der sich Dylan an eine glückliche Situation mit seiner Mutter erinnert, die ihn auf die Idee bringt, etwas ganz Neues zu machen. Ein gewagtes Unterfangen, das sich auszahlt.
 
Obwohl „Paper Planes“ Themen anschneidet, die einen Blick in die Dunkelheit der menschlichen Gedankenwelt werfen, lebt der Film durch seine Leichtigkeit, die einen nie fallen lässt.

"Paper Planes", Aus 2014, Regie: Robert Connolly, Buch: Robert Connolly, Steve Worland, Kamera: Tristan Milani, Schnitt: Nick Meyers, mit: Ed Oxenbould, Sam Worthington, Ena Imai, Julian Dennison

Felix Kossmann, 17 Jahre, kommt aus Hamburg und berichtet als Teil des fluter.de-Reporterteams über die diesjährige Berlinale

Fotos: Jane Bennett

Musik: Professor Kliq