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Wie schlimm war der Hacker-Angriff auf den Bundestag?

Kurz vor der entscheidenden Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich gab es ein ominöses Datenleck: Im Netz tauchten Tausende Mails und Dokumente aus dem Macron-Lager auf. Im US-Wahlkampf versetzten Leaks dem Clinton-Lager einen Dämpfer. Und in Deutschland? Könnten auch interne Dokumente von deutschen Politikern demnächst im großen Stil in die Öffentlichkeit gespült werden? Im Mai 2015 gab es einen großen Hacker-Angriff auf den Bundestag, niemand weiß genau, welche Dokumente die Einbrecher ergaunert haben, aber die Spuren führen wie bei den beiden anderen Leaks nach Russland. Die „Zeit“ ist ihnen minutiös gefolgt. Wer verbirgt sich hinter dem „schicken Bären? Was hat es mit dem Aquarium nördlich von Moskau auf sich? Und wofür registrierte ein Unbekannter kürzlich die Internetadresse btleaks.com? Antworten liefert dieser – Achtung: lange – Krimi.

Die Zeit: Merkel und der schicke Bär

Besser Müll-Infos als Info-Müll

Ein paar Fakten fürs alltägliche Besserwissen gefällig? Eine Tragetasche aus Papier ist erst dann ökologisch sinnvoller als die verpönte Plastiktüte, wenn man sie viermal nutzt. Pro Tag befördern die Deutschen, ein Volk der unterwegstrinkender Kaffee-Junkies, 7,7 Millionen Einwegbecher in den Müll. Und Glas ist ein Verpackungsmaterial, das Chemiker als inert bezeichnen: Es reagiert nicht mit den darin aufbewahrten Getränken oder Lebensmitteln. In diesem Stück werden Recycling-Mythen entzaubert. Wer noch tiefer im Müll wühlen möchte, findet im Schwerpunkt weitere Artikel zum Thema.

Süddeutsche Zeitung: Die Größten Müll-Mythen des Alltags

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Urban-Medizin

Für jeden Mittelstufenschüler ist es wohl mit Abstand eine der wichtigsten Fragen des Lebens: Was will ich werden? Aber bald darauf folgt schon diese: Wo will ich leben? In der pulsierenden, großen, vollen Stadt oder doch lieber auf dem Land, wo es gemächlicher zugeht und man die Haustiere der Nachbarn mit allen fünf Vornamen kennt? Eine Entscheidungshilfe bietet vielleicht dieser Podcast vom SWR. Der Psychiater Mazda Adli erklärt darin, warum Städte krank machen – es sich aber trotzdem gut in ihnen lebt.

SWR: Machen Städte krank? Stress and the city

Und übrigens: Man kann ja auch auf dem Land wohnen und in der Stadt arbeiten. Faz.net hat die passenden Statistiken dazu parat, welche Berufsgruppen die größten Pendler sind. Kleiner Spoiler: Bauern sind es mit einem durchschnittlichen Arbeitsweg von 3,95 Kilometern nicht.

Und auf fluter.de wurde schon darüber gestritten, ob man nach dem Abi in der Provinz wirklich unbedingt ins Großstadtleben aufbrechen sollte – oder ob auf dem Lande nicht vielleicht doch das bessere Lebensmodell möglich ist.

Sehen

„Heimat“, what does it mean?

Aufschlussreicher Blick aus dem Ausland auf die deutsche Integrationsdebatte. Die „New York Times“ hat syrische Flüchtlinge in Weimar besucht und daraus eine großes Multimedia-Reportage gemacht. Dabei geht es darum, was Heimat ausmacht – einen Begriff, den es im Englischen gar nicht gibt und den die amerikanischen Reporter mit „a sense of belonging to a spiritual, if not always physical, place“ umschreiben. Und es geht um die Tücken der deutschen Sprache, mit denen die Flüchtlinge zu kämpfen haben: „The dog is a he, but the table is a she. They have no logic.”

New York Times: Welcome to Weimar
 

You're fired! Die satirische Zusammenfassung der jüngsten Volte von Donald Trump

Donald Trump feuert den FBI-Chef. Begründung: Der habe mit seinen ungünstig terminierten Ermittlungen zu Hillary Clintons E-Mail-Affäre den Wahlkampf beeinflusst. Very unfair ... Komischerweise hat Trump als Präsidentschaftskandidat FBI-Chef Comey noch für dieses mutige Manöver gefeiert. Man hat viel darüber gelesen in den letzten Tagen. Wer trotzdem noch mal eine Zusammenfassung in zehn Minuten will, schaut sich am besten an, wie US-Satiriker das Thema angehen, zum Beispiel Trevor Noah in der „Daily Show“:


 

Spindoktor in Klein-Kleckersdorf

In einem Superwahljahr wie diesem haben die Spindoktoren, Kampagnenmanager und Politstrategen im Hintergrund alle Hände voll zu tun: Mit welcher Idee bringen wir unseren Kandidaten in die Medien? Wie inszenieren wir ihn als zupackend, dynamisch, innovativ? Wie lassen sich inkriminierende Details unter der Decke halten? Mittlerweile leisten sich sogar Lokalpolitiker professionelle Wahlkampfhilfe. Zum Beispiel Thomas Zeilmeier, Bürgermeisterkandidat im 6.000-Einwohner-Ort Ispringen, der mit seinem Coach jede Rede minutiös probt: „Kennen Sie den Unterschied zwischen Ispringen und einem Känguru?“ Betonung, Blick ins Publikum, eine Kunstpause. Der Mann an seiner Seite achtet auf alles. Welchen Gag er bei seinem Auftritt damit einleitet und ob er dann auch zündet und ihm beim Wahlsieg hilft, erfährt man in dieser Doku über einen professionellen Provinz-Spindoktor.

37° im ZDF: Der Bürgermeister-Macher – Wahlkampf in der Provinz

Titelbild: Renke Brandt