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David Beckham: Mein Leben

Glück und Glamour

22.3.2004 | Stephanie Wurster | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Beckhams Stern strahlt grell. Die Medien lieben ihn, die Frauen und die Schwulen anscheinend auch, die Kollegen und Sportjournalist/innen preisen seinen Teamgeist, seinen Charme und natürlich sein Können. Dass es mit Ehefrau Victoria und ihren gemeinsamen Kindern Brooklyn und Romeo auch rund läuft, ist ihm zu wünschen. Denn die Familie, betont "Becks" in seiner Autobiografie, so oft es passt, ist seine Grundlage zum Glück. Familie und Fußball: Mindestens ein "F" fehlt noch, damit die Schublade zugeht: Fashion. Bis vor wenigen Jahren galt Beckham vor allem als Mode-Opfer der exzentrischen Launen seiner Frau. Die fiel schon als Spice Girl durch hartnäckige Lächelverweigerung und ihre unvermeidlichen "kleinen Schwarzen" auf. Zusammen treten die Beckhams gerne in Versace- und Dolce-und-Gabbana-Outfits auf, eher neureich als stylish also.

Spätestens seit der WM 2002 in Japan gilt der Brite aber als Style-Ikone - und dafür sollte er vor allem seinem französischen Friseur danken. Der verwuschelte Beckham-Iro mit den blonden Strähnchen ist seitdem neben dem "Aniston" (vorne stufiges Langhaar) und dem "Heidi-Klum-Pony" (gerade, blond, zu den Ohren angeschnitten) fest im Repertoire internationaler Coiffeure: "Eltern hielten ihre Kinder hoch. Diese Kinder waren zu jung, um mich zu kennen, aber viele von ihnen hatten meinen Haarschnitt kopiert ..." Was mindestens so wichtig war: Die Japaner/innen nahmen Posh Spice in ihre Verehrung mit auf. Die "Beckham-Blase", wie der Fußballer seinen Clan in seiner Lebensbeschreibung nennt, funktionierte endlich komplett.

Being Beckham

Als mediales Großereignis wurde der 28-Jährige schon mit der tragisch geendeten Prinzessin Diana verglichen. Seit dem Wechsel von Manchester United zu Real Madrid im Sommer 2003 hat sich das Medieninteresse noch weiter potenziert. Real-Generaldirektor Jorge Valdano seufzt: "We would like him to live a more normal life, but it is difficult to be Beckham and normal."

Beckham muss starke Nerven haben. Seiner Autobiografie, die er von dem versierten BBC-Journalisten Tom Watt hat schreiben lassen, begründet das ganz gut: eine glückliche Kindheit, eine Familie, die ihn immer kräftig förderte, mit 14 in der Juniormannschaft von Manchester United, der Verein, dessen Trikot er bereits als Dreijähriger trägt. David Beckham scheint ein echtes "Sonntagskind" zu sein. Was ihn auch bemerkenswert macht - und neben seinem modischen Wagemut und seiner bisexuellen Ausstrahlung zu einer popkulturellen Identifikationsfigur befähigt -, ist sein eigenes Fan-Tum. Michael Jordan, Julia Roberts, Nelson Mandela, Ronaldo oder eben Posh Spice: David Beckham hat die Begabung, sich wie jeder andere Depp als Fan aufzuführen. Hoffentlich bewahrt er sich das.

Stephanie Wurster ist fluter-Redakteurin.

David Beckham und Tom Watt: Mein Leben (Random House Entertainment 2004, ca. 23 €)



Zum Weiterlesen:
David Beckham: Talking (Schwarzkopf und Schwarzkopf 2004, ca. 15 €)
Stafford Hildred und Tim Ewbank: David Beckham. Trendsetter und Fußballstar. Die inoffizielle Biografie (Heyne, erscheint im Mai 2004, 12 €)
Ed Greene: The David Beckham Story (Carlton Books 2003, ca. 21 €)



www.realmadrid.com
Die Seite von Real Madrid

www.manutd.com
Die Seite von Manchester United

Für Fans:
www.beckham-magazine.com/
www.david-beckham-online.tk/
www.paulsworld.co.uk/beckham/




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