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Rubrik: Thema | Aktuell-Archiv | Lesen | Erfahrungen |

fluter.de Archiv Nr. 26 : "Wirtschaft" | April 2004

Bewerbung per Mail

Wie bewerbe ich mich online?

Alva Gehrmann | 26.4.2004

Wer die mittlere Reife oder das Abitur bestanden hat, für den stellt sich meist die eine Frage: Was mache ich jetzt? Eine Ausbildung vielleicht, oder erst mal ein Praktikum, um Erfahrungen zu sammeln. Wenn klar ist, was es sein soll, gilt es nur noch, sich richtig zu bewerben. Doch wie geht das?

Neben der klassischen Bewerbungsmappe, die per Post zugesandt wird, wird es immer beliebter, Bewerbungen online abzuschicken. Gerade in der IT- und Multimediabranche kann der Jobsuchende damit punkten.

Vorher klären: Mappe oder Mail

Der Vorteil von virtuellen Bewerbungen ist, dass sie viel schneller sind. Bei der Firma Siemens etwa bekommt der Jobsuchende innerhalb von 24 Stunden Antwort, ob seine Unterlagen bei der richtigen Stelle angekommen sind. Auch an Weihnachten. 200.000 Bewerbungen gehen jährlich beim Konzern ein. Die werden alle elektronisch verarbeitet - auch die per Post zugesandten.

Glossar zum Thema WIRTSCHAFT

Dazu aus dem Archiv:
Ein Job ist nicht genug
Warum wir nie auslernen?
Wohin soll's gehen?
Ein Erfahrungsbericht von der Einstieg-Abi-Messe in Köln

"Trotzdem ist Papier noch immer die Nummer eins", sagt Hans-Christoph Kürn, Personalmanager bei Siemens. Denn nicht jedes Unternehmen ist auf Internet-Bewerbungen eingestellt. Das sollte zuvor geklärt werden: Entweder der Hinweis steht schon im Zeitungsinserat oder ein Klick auf die Firmen-Website verrät es. Meist gibt es dort eine eigene Rubrik wie "Online bewerben" oder "Job & Karriere". Letzte Zweifel können durch einen Anruf in der Personalabteilung beseitigt werden.

Inhalt und Form müssen stimmen

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Internet-Bewerbungen: Die Online-Bewerbung und die E-Mail-Bewerbung. Bei der ersten wird im Internet ein Formular (standardisierter Fragebogen) ausgefüllt, bei der anderen eine Bewerbung per E-Mail abgeschickt. In beiden Fällen gilt das Gleiche, was auch für herkömmlichen Jobgesuche gilt: Inhalt und Form müssen stimmen. Dabei sollte insbesondere auf die Rechtschreibung geachtet werden. Denn gerade im Internet vertippt man sich schnell. Zudem ist es wichtig, die im Formular gestellten Fragen freundlich und höflich zu beantworten.

Während Online-Bewerbungen vor allem wegen der vorgegebenen, uniformen Fragen derzeit rückläufig sind, erfreuen sich E-Mail-Bewerbungen großer Beliebtheit. Hier kann der Jobsuchende seine "persönliche Duftmarke" setzen, sagt Personalmanager Kürn.

Die E-Mail-Bewerbung sollte wie die klassische Bewerbung strukturiert sein: Neben einem Anschreiben, dem Lebenslauf mit Foto gehören auch - sofern vorhanden - Zeugnisse und Bescheinigungen. Beim Anschreiben ist es wichtig, kurz und prägnant zu sagen, warum für den Bewerber gerade dieser Job so interessant ist.

Achtung: Virusgefahr

Auch wenn die E-Mail besonders aussehen soll, sollte auf HTML-Formatierungen (fett, kursiv, unterstrichen) verzichtet werden. Reiner Fließtext von Microsoft Word ist da am besten. Wenn man Attachements (angehängte Dateien) verschicken will - etwa den Lebenslauf -, ist es sicherer, vorher bei der Personalabteilung nachzufragen, ob sie angehängte Dateien überhaupt akzeptieren (Virusgefahr) und öffnen können.

Irene Widmann von der Personalabteilung des Musiksenders MTV hat bisher keine schlechten Erfahrungen mit angehängten Dateien gemacht. Sie konnte die Attachements stets öffnen. "Es kommt darauf an, wie gut die PCs der Firma ausgestattet sind", so Widmann. Bei MTV sind E-Mail-Bewerbungen genauso willkommen wie die herkömmlichen Unterlagen.

Seriös, kurz, prägnant

Auch wenn E-Mail-Bewerbungen sich an klassischen Stellungsgesuchen orientieren, gibt es im Internet eigene Regeln, die zu beachten sind: Zum Beispiel sollte eine "seriöse" E-Mail-Adresse verwendet werden. Also nicht schmusebaer@subdomain.de sondern vorname-nachname@subdomain.de.

Kostenlose Accounts gibt es bei web.de, yahoo.de oder gmx.de. Die Betreffzeile in der E-Mail muss klar und kurz formuliert sein: "Bewerbung als Praktikant im Vertrieb". So kann sie auch vom Empfänger richtig eingeordnet werden. Außerdem gilt es, auf die Angabe der Postadresse am Textanfang zu verzichten. Sie gehört an das Ende des Schreibens und in den Lebenslauf. Werden all diese Spielregeln berücksichtigt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Alva Gehrmann schreibt für Zeitungen und Magazine. Sie lebt in Berlin.

www.jobware.de
Tipps und Hilfen rund um die E-Mail-Bewerbung

www.jobpilot.de
Wie bewerbe ich mich online? Ein Ratgeber

www.jungekarriere.de
Zum Ausprobieren: Praktika für so ziemlich jeden Beruf

www.unister.de
Eine Seite mit Tipps zum Studium, Praktika und Bewerbungen

Buchtipps:

Don't panic. Online bewerben. Svenja Hofert / € 7,95 / Eichborn Verlag, Ffm. / 2001



Erfolgreich bewerben im Internet. Stellenangebote und Bewerbungen online.
Roland Metzger, Christopher Funk, Kerstin Post / € 12,90 / Falken-Verlag, Niedernhausen / 2002

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