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Für das einsetzen, was du für richtig hältst

Warum und wofür sich Promis engagieren

28.5.2002 | Christoph Mulitze | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Außer Gagen, Promi-Partys und Styling keine Sorgen? Nein - viele Promis engagieren sich für Themen, die ihnen wichtig sind - und das auch ehrenamtlich. Christoph Mulitze sprach mit ihnen und wollte es genauer wissen.

Cosma Shiva Hagen, Schauspielerin (20):
"Ich suche mir jedes Jahr ein anderes Projekt aus, das ich unterstütze. 2001 war das die Aktion 'Gesicht Zeigen!' gegen Fremdenfeindlichkeit, in diesem Jahr engagiere ich mich gemeinsam mit 'Landminen e.V.' für das weltweite Verbot aller Landminen. Warum gerade 'Landminen e.V.'? Oft werde ich gefragt, ob ich nicht eine Patenschaft in der Dritten Welt übernehmen möchte. Doch was würde meine bloße materielle Hilfe diesem Kind nützen, wenn es beim Wasserholen auf eine Landmine tritt? Man muss das Problem an der Wurzel packen."

Cosma Shiva Hagen, Tochter der Sängerin Nina Hagen, hat auch ohne Schauspielausbildung den Durchbruch geschafft. Ihr Fernseh-Debüt feierte sie 1996 in dem Film "Crash Kids".


Jessica Wahls, Sängerin (25):
"Wir finden es schlimm, dass Tiere gezüchtet werden, nur um Pelze herzustellen und der Mode zu dienen. Deshalb waren wir froh, dass wir gemeinsam mit der Tierschutzorganisation PETA ein Zeichen gegen Tiermissbrauch setzen konnten. Insgesamt halten wir Zivilcourage in der Gesellschaft für wichtig. Das heißt, sich einzusetzen, auch wenn du dabei verlieren kannst. Es geht nicht darum, wie du am Ende dastehst, was die anderen von dir denken, sondern für das einzutreten, was du für richtig hältst, und nicht immer mit dem Strom zu schwimmen. Wo wären wir denn ohne Leute wie Martin Luther King, Gandhi oder all die vielen Menschen, die nicht wegsehen, wenn andere auf der Straße belästigt oder geschlagen werden?"

Jessica Wahls, gelernte Reisekauffrau, wurde als Mitglied der Band "No Angels" in ganz Deutschland bekannt. Privat schwärmt sie für Jazzdance.


Christoph Metzelder, Fußball-Nationalspieler (21):
"Ich hatte eine behütete Kindheit, habe einige Talente mitbekommen und bisher sehr viel Glück gehabt in meinem Leben. Als sehr gläubiger Mensch finde ich, dass ich davon etwas abgeben muss an diejenigen, die dieses Glück nicht haben. Deshalb unterstütze ich unter anderem die Aktion 'Bosco Sevana', die auf die schreckliche Kinderprostitution in Sri Lanka aufmerksam macht und diese bekämpft. Ich habe die Möglichkeit, dieses Anliegen über die Medien ins Bewusstsein zu tragen, denn viele Sextouristen kommen aus Deutschland. Das ist mein kleiner Beitrag. Die weitaus größere Arbeit aber verrichten andere, etwa die Helfer vor Ort."

Der Manndecker Christoph Metzelder wurde mit Borussia Dortmund Deutscher Meister und ist in Asien bei der Fußball-WM im Einsatz.


Miriam Pielhau, Moderatorin (27):
"Ich unterstütze seit geraumer Zeit die Kindernothilfe. Ein aktuelles Projekt ist eine CD-ROM, die Kindern auf spielerische Art die Bedeutung von Wasser und das Elend derer, die davon zu wenig haben, vermitteln soll. Mein anderes Engagement gilt 'Pro Asyl'. Weil es nicht angehen kann, dass immer noch Asyl suchende Menschen in unserem Land zu Unrecht abgewiesen werden und mit der Abschiebung in ihre Heimat jede Sekunde um ihr Leben fürchten müssen. Niemand sollte vergessen: Morgen könnten wir auf der Flucht sein."

Miriam Pielhau lernte beim Lokalsender Radio Siegen ihr Handwerk. Heute moderiert sie täglich bei Pro 7 das Magazin "taff".


Wolke Hegenbarth, Schauspielerin (21):
"Ich habe noch nie meinen Mund gehalten, wenn mir etwas nicht gepasst hat. Das war schon zur Schulzeit so. Wir waren eine alternative, sehr politische Klasse. Regelmäßige Demos standen bei uns fast auf dem Stundenplan. Auch Ausländer waren für uns nie ein Problem. Schon das Wort 'Ausländer' kannten wir überhaupt nicht. Mein Freund ist 'coloured', meine beste Freundin stammt aus Russland - na und?! Gegen Fremdenfeindlichkeit würde ich immer kämpfen. Ich habe jetzt Kontakt zu UNICEF aufgenommen, um dort aktiv zu werden. Wie, ist mir egal. Es geht darum, was UNICEF am meisten hilft. Auch sonst engagiere ich mich hier und da. Aber es ist problematisch, das in die Öffentlichkeit zu tragen. Ich stelle mich nicht nach jeder Spende hin und sage: Seht her, ich bin die tolle Wolke."

Wolke Hegenbarth steht im Mittelpunkt der RTL-Sitcom "Mein Leben und ich". Im Kino war sie 1998 in dem Film "Freundinnen und andere Monster" zu sehen.


Franka Potente, Schauspielerin (27):
"Überrascht bin ich immer wieder, wenn ich von Menschenrechtsverletzungen in Ländern lese, von denen ich das nicht vermutet habe. In der Türkei zum Beispiel, einem Land, das ich aus dem Urlaub kenne. Ich bin ja auch oft in den USA, und da ist die Todesstrafe an der Tagesordnung. Kurz gesagt, jede Menschenrechtsverletzung ruft nach Engagement. Seit ich mich für 'amnesty international' entschieden habe, fühle ich mich verantwortlich. Vielleicht werden einige vermuten, dass ich mich damit profilieren möchte, aber mir geht es darum, etwas zu tun. Ich versuche, genauso engagiert zu sein wie alle anderen Mitglieder und Unterstützer."

Franka Potentes Erfolg mit dem Film "Lola rennt" brachte sie nach Hollywood. Kürzlich stand sie mit "Frodo"-Darsteller Elijah Wood für den Film "Try Seventeen" vor der Kamera.


Mola Adebisi, Moderator (29):
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Ich habe mich schon zu Schulzeiten in vielen Bereichen engagiert. Heute wie damals gilt: Mir ist völlig egal, was andere denken. Ich muss mein Engagement nur vor mir selbst rechtfertigen. Aus PR- oder finanziellen Gründen setze ich mich jedenfalls nicht ein. Im vergangenen Jahr bin ich zum Beispiel auf eigene Rechnung in die USA geflogen, um die Tierrechtsorganisation PETA im Kampf gegen die Käfighaltung von Raubtieren zu unterstützen. Da stehe ich voll hinter. Ich gehe auch in keinen Zoo und in keinen Zirkus, der sich Raubtiere hält. Die anderen Aktionen, die ich unterstütze, sind vor allem humanitär. Dazu zählt etwa das 'Buddy'-Projekt, das vor allem Schülern helfen will, sich verantwortlich zu fühlen für andere Kinder und Jugendliche, die Probleme haben und drohen, auf die schiefe Bahn zu geraten. Überall, wo Menschen zusammenleben, ist es wichtig, Buddys zu haben wie auch selbst ein Buddy zu sein."

Mola Adebisi ist als Viva-Video-Jockey der ersten Stunde bereits seit 1993 auf der Mattscheibe zu sehen - und konnte sich nebenher auch mit einer eigenen Unterwäsche-Kollektion in Szene setzen.

Die Statements der Promis findet ihr auch in der Print-Ausgabe von Fluter.







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