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Artenschutz, Freihandel, Pestizide

Ein Glossar zum Umweltschutz und zur Globalisierung

1.11.2004 | Ines Heyer, Tina Heinemann, Vladimir Radik | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Artenschutz

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz von 2002: Schutz, Erhaltung und Pflege wild lebender bzw. wachsender Tiere und Pflanzen, ihrer Entwicklungsformen (z.B. Larven, Eier), Lebensstätten (Habitate), Lebensräume (Biotope) und Lebensgemeinschaften (Biozönose) als Teile des ökologischen Gleichgewichts. Unter Schutz stehende Arten dürfen nicht gesammelt, gefangen oder getötet, bzw. gepflückt oder ausgegraben werden. Weiterhin ist der Handel mit solchen Arten oder ihren Bestandteilen verboten. Hauptziel des Artenschutzes ist die langfristige Bestandssicherung und der Erhalt der natürlichen Vielfalt.

Entwicklungsländer

Bezeichnung für eine nicht einheitlich definierte Gruppe von armen Ländern in Abgrenzung von den reichen Industrieländern; oft gleichzeitig als "Dritte Welt" bezeichnet. In korrekter Form spricht man heute von "Ländern des Südens" beziehungsweise im Falle der Industrieländer von "Ländern des Nordens".

Erneuerbare Energien

Sind Energiequellen, die sich durch natürliche Prozesse laufend erneuern und nach menschlichen Zeitmaßstäben unendlich lange zur Verfügung stehen. Sie haben drei originäre Quellen: Strahlung der Sonne, Kraft der Gezeiten, Wärme des Erdinneren (Geothermie). Ihre verstärkte Nutzung im Jahr 2003 von rund 7,9 %, vermeidet die Freisetzung von klimaschädlichen Treibhausgasen. In Deutschland wurden dadurch 2003 die Kohlendioxid-Emissionen um rund 53 Mio. Tonnen verringert.

Fairer Handel

"Hilfe durch Handel", die den Produzenten entgegen den üblichen Mechanismen auf globalisierten Märkten ein angemessenes Einkommen sichert. Dies wird erreicht durch langfristige Verträge, sichere Abnahmemengen und direktem Einkauf bei den Erzeugern in der dritten Welt.

Freihandel

Absolut unregulierter Fluss von Gütern, Dienstleistungen und Kapital, keinerlei staatlicher Eingriff (wie Subventionen, Sozialleistungen, Zölle oder Steuern)

Global Governance

"Weltordnungspolitik", globale Zusammenarbeit an globalen Problemen

Globalisierung

Nicht einheitlich definierter Begriff, der die Zunahme weltweiter Verflechtung von länderübergreifenden wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen bezeichnet.

Globalisierungskritik

Protestform, die an der Kehrseite der Globalisierungs ansetzt und eine globale Gerechtigkeit fordert.

Grüner Punkt

Der Grüne Punkt kennzeichnet Verpackungen, die zur Verwertung geeignet sind und durch das duale System entsorgt werden, d.h. die Beschaffenheit der Verpackungen muss eine Abnahme und Verwertung außerhalb der kommunalen Abfallbeseitigung garantieren. Dieses System ist sehr umstritten, da die Verpackungen nicht vollständig wiederverwertet werden.

Kohlenstoffdioxid CO2

Kohlenstoffdioxid CO2 ist ein farbloses, geruchloses und nicht brennbares Gas. Kohlenstoffdioxid gehört in die Gruppe so genannten Treibhausgase. Durch die Verbrennung von fossilen Treibstoffen (Erdöl, Erdgas, Kohle) wird CO2 frei. Mit der erhöhten Verwendung kommt es zum Anstieg des CO2 in der Atmosphäre und damit zur Erwärmung (Treibhauseffekt).

Kyoto Protokoll

Ein internationales Abkommen zum Klimaschutz, das in der japanischen Stadt Kyoto 1997 verabschiedet wurde. Das Hauptziel ist, die Treibhausgas - Emissionen bis zum Jahre 2012 um 6% bis 8% unter das Niveau von 1990 senken. Deutschland hat das Protokoll am 26. April 2003 ratifiziert und hat sich verpflichtet, seinen Ausstoß von 2008 bis 2012 um 21 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Die USA hat bis jetzt dieses Protokoll nicht ratifiziert.

Massentierhaltung

ist die konzentrierte Haltung von Tieren in großer Zahl auf engem Raum zur Erzeugung tierischer Nahrungsmittel. Dieser Art von Tierhaltung findet unter hohem Aufwand technischer Hilfsmittel und mit möglichst wenig Personal- und Zeitaufwand statt, um möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften. Die Tiere leiden unter den extremen Bedingungen und der nicht artgerechten Haltung. Deshalb wurde z.B. für Hühner ein Verbot der Käfighaltung eingeführt, das aber noch nicht in Kraft getreten ist.

Mülltrennung

Durch die Mülltrennung können die im Abfall enthaltenen Wertstoffe sortenrein erfasst und einer Wiederverwertung zugeführt werden. Die deutschen sind Weltmeister der Mülltrennung. Für fast jeden Abfall gibt es eine Mülltonne: Metallcontainer (Getränke- und Konservendosen), Papiercontainer (Briefe, Bücher), Glascontainer (Einwegflaschen), Problemstoffe (Batterien, Autobatterien), Leichtfraktion (Kunststoffe), Restmüllcontainer (Autoglas, Glühbirnen, Klebebänder), Biotonne (Äste, Gemüse- und Obstabfälle).

Nachhaltigkeit

Ist eine ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung, die weltweit die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt, ohne die Lebenschancen künftiger Generationen zu gefährden (engl.: sustainable development).Im 18.Jahrhundert wurde der Begriff erstmals in der Holzwirtschaft geprägt "Schlage nur soviel Holz ein, wie wieder nachwachsen kann!"

Naturschutzgesetz

Ist ein Gesetz zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Das Hauptziel ist die Natur und alle Naturquellen zu schützen und für die nächsten Generationen zu erhalten.

Ökologischer Fußabdruck

Gibt an, wie groß der persönliche Energie- und Ressourcenverbrauch ist. Dieser Verbrauch wird in Fläche ausgedrückt. Der/die durchschnittliche Deutsche hat einen Fußabdruck von 4,7 ha im Jahr. Wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden, bräuchten wir 2-3 Erden.

Ökologische Landwirtschaft

Der ökologische Landbau ist eine besonders umwelt- und ressourcenschonende Form der landwirtschaftlichen Erzeugung. Die Grundlage des ökologischen Landbaus ist die ganzheitliche Betrachtung des landwirtschaftlichen Betriebes als Zusammenspiel von Bodenverhältnissen, Pflanzen, Tieren und Mensch. Angestrebt wird ein möglichst geschlossener Nährstoffkreislauf: Betriebseigene Futtermittel, Flächengebundene Tierhaltung, Artgerechte Tierhaltung und Fütterung, Betriebseigene organische Dünger, Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, vielseitige Fruchtfolgen und vorbeugender Pflanzenschutz.

Ökologische Produkte

Öko-Lebensmittel sind Produkte, die nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus erzeugt werden. Die gesetzliche Regelung steht in der Öko-Verordnung genannt (EG-VO). Sie sind mit unterschiedlichen Bio-Siegeln gekennzeichnet. Das verlässlichste ist von der Demeter Gruppe, die seit 1920 Ökolandbau betreiben und die strengsten Auflagen haben.

Pestizide

Sind Substanzen, die Schädlinge töten sollen. Ein anderer Begriff ist "Pflanzenschutzmittel", was den Zweck dieser Chemikalien besser beschreibt. Ohne Pflanzenschutzmittel wäre die Nahrungsmittelproduktion in dem heute notwendigen Umfang nicht möglich. Doch sind die negativen Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt höher als der Nutzen.

Recycling

bedeutet Wiederverwertung. Dieser Begriff beschreibt einen Kreislauf, bei dem Abfall statt ihn zu verbrennen oder in einer Mülldeponie zu lagern, wieder einer Nutzung zugeführt wird (z.B. Altpapier, Altglas).

Rote Liste

Verzeichnis gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, die eines besonderen Schutzes bedürfen.

Treibhauseffekt

ist ein Prozess, der für die globale Erwärmung verantwortlich ist. Die Hauptursache des vom Menschen verursachten zusätzlichen Treibhauseffekts liegt in der Freisetzung von Kohlendioxid. Die Sonne schickt kurzwellige Strahlung auf die Erde. Ein Teil dieser Strahlung wird schon beim Auftreffen auf die äußerste Atmosphäre reflektiert (rückstrahlen), der Großteil der Sonnenstrahlung gelangt jedoch bis zur Erdoberfläche. Dort wird die kurzwellige Strahlung der Sonne in Infrarotstrahlung, also Wärme, umgewandelt und wiederum reflektiert. Ein gewisser Prozentsatz dieser Wärmestrahlung dringt durch die Lufthülle unserer Erde wieder in den Weltraum, ein bestimmter Anteil wird aber schon von Natur aus zurückgeworfen. Diese natürliche Reflexion gewährleistet auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von etwa 15 Grad Celsius. Ohne diese Reflexion würde dieser Wert -18 Grad betragen. Nun kommt es in unserer Zeit jedoch zu vermehrtem Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und so genannten "Treibhausgasen", was zur Folge hat, dass die Wärmestrahlung verstärkt zurückgeworfen wird. Die logische Auswirkung ist eine globale Temperaturerhöhung.

Treibhausgase

sind Spurengase, welche die Wärmestrahlung der Erde absorbieren und so die Erdoberfläche und die untere Atmosphäre erwärmen (Treibhauseffekt). Sie sind der Hauptgrund der globalen Erwärmung. Unter anderem sind dies: Kohlenstoffdioxid (CO2), FCKW, Methan, Wasserdampf, troposphärisches Ozon, Stickstoffoxide. Wesentliche Quellen von Treibhausgasen sind Flugzeuge, Autoverkehr, Dampfkraftwerke, Hausheizungen und Klimaanlagen.

Washingtoner Artenschutzabkommen

1973 geschlossenes internationales Abkommen zur Beschränkung des weltweiten Handels mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. In der BRD seit dem 20.06.1976 in Kraft.

(Das Glossar ist erstellt worden von: Ines Heyer, Tina Heinemann, Vladimir Radik)

Vlado, 24, kommt aus der Slowakei und macht ein Freiwilliges Ökologisches (FÖJ) Jahr beim Projekt NaturTageBuch der BUNDjugend: www.naturtagebuch.de

Tina Heinemann, 22, betreut während ihres FÖJs bei der BUNDjugend das Projekt Latsch! www.latschlatsch.de

Ines Heyer, 19, kümmert sich um den Umwelt-Kinder-Tag, ein Projekt der BUNDjugend.



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