Ich lese zurzeit "John Peel", eine Biografie des Radio-DJs von Mick Wall. Ein englischer Journalist gab mir den Tipp, als wir in einem Interview auf Peel kamen. Mit ihm beschäftige ich mich schon seit 20 Jahren. Durch ein ganz bestimmtes Zitat wurde ich damals auf ihn aufmerksam. Da sagte er: "Warum soll ich mich um die großen Rockgruppen aus den 70er- oder 80er-Jahren kümmern? Es gibt so viele gute Bands und Musiker heute. Und ich empfinde es als meinen Auftrag, diesen Bands ein Forum zu bieten." Das entspricht zwar nicht genau meinen Ideen. Ich sample ja auch viel Musik der Vergangenheit. Doch ich halte auch heute noch seine Aussage für angebracht. Jedesmal, wenn ich im Radio "Smells Like Teen Spirit" höre, denke ich: Diese Zeit könnte man doch einer Band geben, die heute so relevant ist, wie Nirvana es damals waren. Ich lese also das Buch, um jemanden kennen zu lernen, mit dem ich mich entfernt verwandt fühle. Wenn man an Musik interessiert ist, sollte man sich die Biografie von John Peel auf jeden Fall anschauen. Sie ist sehr gut geschrieben und ragt aus der Literatur über Musikgeschichte heraus.
Mick Wall: John Peel
(Orion Verlag 2005, 12.50 €)
Foto: DJ Shadow / © Universal Music
Kommentare
Dein Kommentar