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Großbritannien, 1979, die Punkwelle ist praktisch abgeebbt, New Wave und Synthiepop sind die Moden der Saison. Doch mit den ersten erschwinglichen elektronischen Geräten wird auch so mancher Kaugummisong produziert. An vorderster Front die Buggles, ein britisches One-Hit-Wonder-Projekt, das mit seinem Ohrwurm "Video Killed The Radio Star" dem Zeitalter des Video ein Denkmal setzen sollte.
In grellbunter-Neon-Ästhetik und mit weiblichem Mickey-Mouse-Gesang wird in "Video Killed The Radiostar" aber nicht die Zukunft der Musik vorausgesagt, sondern melancholisch den 1950er-Jahren nachgetrauert. Dieses Beschwören der großen Zeit des Radios klingt etwas naiv, denn auch damals wurde Popmusik schon mit gecasteten Teeniestars eingespielt – samt auf den Massengeschmack zugeschnittener Produktion und clever durchdachtem Marketingkonzept.
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Doch das ficht unseren Fan nicht an, der an die glücklichen Tage denkt, als er in seinem Kinderzimmer vor dem Radio saß. Das Idol seiner Jugend gibt Ende der 1970er-Jahre nur mehr den Lieferanten für ein Plastikprodukt ab und soll dazu Playback singen. Bunte Videobilder bestimmen nun die Charts und die Ästhetik. Musik kam plötzlich aus Maschinen. Was sich 1979 als digitale Revolution ankündigte, mutet heute antiquiert an, haben doch Videos längst von Computerspielen Konkurrenz bekommen und sind aus dem Fernsehen fast verschwunden.
Aus heutiger Sicht ist so ein Song aus der elektronischen Steinzeit niedlich anzuhören, kann sich doch im Jahre 2009 praktisch jeder auf einem leistungsfähigen Rechner ein virtuelles 24-Spur-Studio mit allen möglichen Sound-Erzeugern installieren. Damals waren die ersten Synthesizer aber noch eine Revolution und wurden als Generalangriff auf die echten Musiker/innen, die Stars, angesehen.
www.elyrics.net
Songtext von "Video Killed The Radio Star"
www.youtube.com
Der Song bei youtube
www.wikipedia.de
The Buggles bei Wikipedia
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