Monika Hoffmann: After School

Ratgeber fürs Leben danach

29.5.2005 | Silke Kettelhake | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Hier werden Sie gesiezt. Hier wird es ernst. Denn es geht um die Frage “Was soll ich werden?“. Monika Hoffmann, die ihr Geld als Ratgeberin und Trainerin bei Firmen und Institutionen verdient, zeigt anhand recht einfacher Fragen auf, wie man sich selbst auf die Schliche kommt. Das klingt auf den ersten Hingucker ziemlich pragmatisch und praktisch – und ist es auch. Klipp und klar ist die Herangehensweise, das Buch bietet Bodenhaftung bei Fragestellungen, an denen manche ihr Leben lang verzweifeln, weil sie auch mit Mitte dreißig noch nicht wissen, was das Richtige für sie ist.

Mach’s nicht wie Antje

Also, bevor man sich zehnmal neu erfindet, sollte man erst mal klären: Was bin ich? Was will ich? Nicht: Was soll ich werden. Oder: Was wollen die anderen, was ich werden soll? Ist der Herr Papa Jurist, dann muss das Töchterchen nicht zwangsläufig in seine Fußstapfen treten. Erst mal heißt es: Erkenne dich selbst und vertraue dir. Finde heraus, was dir liegt. Mach` es nicht wie meine Freundin Antje, die sich, um sich selbst das Klischee von der gut aussehenden Blondine zu widerlegen, durch ein Maschinenbaustudium kämpfte und sich seit Jahren in der verstockten Ingenieurs-Männerwelt ärgert.
Hat man sich durch die ersten Kapitel gekämpft, dann wird man am Ende immer mit einem Tipp belohnt. Zum Beispiel: “Denken Sie an die ureigene Funktion des Lehrers: Er soll seinen Schülern helfen, das Beste aus sich herauszuholen. Tragen Sie Ihren Teil dazu bei, dass ihm das gelingt.“ Oder: “Machen Sie bei der Berufswahl die eigene Persönlichkeit zur Priorität, nicht die Beziehung.“

Pausen sind okay

Dann geht´s in Richtung Ziele: Konkret und praktisch wird die deutsche Hochschullandschaft vorgestellt, immer mit Gelegenheiten zum Ankreuzen von Vorlieben, damit man schnell sieht, ob nicht vielleicht doch die Beamtenlaufbahn oder eine betriebliche Ausbildung in Frage kommt. Und für alle, die trotz der Lektüre von “After School“ immer noch nicht so richtig wissen, wo die Reise hingeht, bietet das Buch unter “Kreative Pausen“ an, wie und wo man sinnvoll mit einem “Freiwilligen Sozialen Jahr“ Auszeiten meistern kann. Hilfe bietet auch am Ende die Auflistung der Internetadressen für das jeweilige Angebot.

Man merkt dem Buch an, dass Hoffmann versucht hat, genau hinzugucken, wie sie in ihrem Vorwort schreibt: "Immer haben Schülerinnen und Ehemalige dafür gesorgt, dass die Perspektive stimmt.“ Zwischendurch liest sich der Ratgeber ein wenig amerikanisch: Du kannst es schaffen – wenn du nur willst. Zehnmal neu erfinden inklusive.

Monika Hoffmann: After School (Bw Verlag 2005, 9.80 €)





Silke Kettelhake ist fluter-Redakteurin.






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