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Re: "Türken essen nur Döner Kebap!"
Autor: Ibrahim Atila Datum: 12.08.03 11:27 Hallo Eva, Ich heisse Ibrahim und ich kann dir antworten. möchtest du noch was wissen ? schreib mir Also, der Gegenstand des Vortrags heißt in direkter Übersetzung "drehender Braten" oder besser Drehbraten. Zusammengesetzt aus drehen und Braten bestellt man verkürzt also einen "Dreher". Das ist von höherer Eindeutigkeit als die Bestellung von Kebap, da es sehr viele unterschiedliche Formen von Braten gibt. Wie kam der Döner also über die Deutschen? Brachten die Hugenotten im 17. Jahrhundert die Brühwurst und die Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg Ketchup und Curry nach Berlin, die zum "Zentralmythos Currywurst" kumulierten, ist es heute der Döner. Fleischgenuß ist ein Zeichen von Wohlstand. Auch Kebap ist früher ein Festessen gewesen. Die Erfolgsgeschichte hin zum fast-food ist eine Geschichte der kulturellen Begegnung, der Assimilation und auch der Ausgrenzung. Die ersten schriftlichen Zeugnisse über die osmanische Küche des 16. Jahrhundert verdankt Mitteleuropa einem Kaufmann der Fugger. Er berichtet vom Grubenbraten und anderen Spielarten der Fleischzubereitung. Er zeichnet ein Bild, welches der heutigen türkischen Küche durchaus ähnelt, wenn auch noch wichtige Bestandteile wie z.B. Tomaten oder Paprika, die erst noch aus der "Neuen Welt" nach Kleinasien gelangen mußten, fehlen. Der erste Deutsche, der einen kulinarischen Eindruck des Döners mitbrachte war Helmuth von Moltke. Er war als preußischer Militärberater Mitte des letzten Jahrhunderts mit dem Aufbau der neuen türkischen Armee betraut. Er berichtet von einem Kebap-Essen im Jahre 1836 und von seiner Sehnsucht nach Kartoffeln! Die Geschichte des Döners reicht ca. 200 Jahre zurück. Damals kamen unabhängig voneinander zwei Köche auf die Idee, Hammelfleisch an einem vertikalen Spieß zu Braten: Hamdi aus Kastamonu und lskender aus Bursa. Hier das Rezept des Kochs lskender aus Bursa: "Das als Ganzes vom Fleischer kommende Hammelfleisch trennen wir fein säuberlich von den Knochen und entfernen mit großer Geduld die Sehnen. Das dünn geschnittene Fleisch verarbeiten wir in eine Form von Blättern, die wir mit einem Eisen weichklopfen. Das für den Döner ungeeignete Fleisch verarbeiten wir zu Hackfleisch und fügen es jeweils zwischen den am Dönerspieß aufeinanderliegenden Fleischschichten hinzu. Zum einen wird auf diese Weise der Kebap weicher, zum anderen fällt das fette Fleisch nicht unangenehm ins Auge. Der Dönerkebap wird folgendermaßen serviert: Ein spezielles Pide wird über dem Grillfeuer gut ausgebacken. Danach wird das Brot in quadratischer Form oder in der Form des Baklava rautenförmig geschnitten auf den Teller gelegt. Das in dünnen Streifen abgeschnittene gebratene Fleisch wird dann nebeneinander auf das Pide gelegt. Je nach Wunsch des Kunden kommt es pur oder mit Joghurt auf das Pide. Danach wird zerlassene Butter darübergeträufelt, und man fügt auf dem Grill gebratene Tomaten und scharfe grüne Peperoni als Garnierung hinzu." |
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