Es liegt was in der Luft. Thema CO2

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„CO2“ – ein Gas wird zur Chiffre. Sie zeigt an, was lange ausgeblendet wurde: unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsform hat den verkehrten Stoffwechsel. Er ist permanent auf Verschleiß gestellt: Der Preis für den technologischen Fortschritt und wachsenden Wohlstand bleibt das, was verharmlosend als Umweltverschmutzung bezeichnet wird.
„CO2“ – ein Gas wird zur Chiffre. Sie zeigt an, was lange ausgeblendet wurde: unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsform hat den verkehrten Stoffwechsel. Er ist permanent auf Verschleiß gestellt: Der Preis für den technologischen Fortschritt und wachsenden Wohlstand bleibt das, was verharmlosend als Umweltverschmutzung bezeichnet wird. Es ist allerdings mehr als nur Schmutz und lässt sich nicht einfach wegwischen. CO2 als Leitwährung für die Erfassung des Treibhauseffekts zeigt an, dass es längst um die Grundlagen unserer Lebensform geht. Wenn der Klimawandel die Ausmaße annimmt, die in den „Worst-Case“-Szenarien der Naturwissenschaftler skizziert werden, nützt Coolness inmitten der Warenwelt auch nichts mehr. „Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.“ Hierfür muss allerdings das naturwissenschaftlich Erkannte auch politisch werden. Das meint mehr als weltweit abgestimmtes entschiedenes Handeln der politischen Klassen, also Gesetze, Verordnungen etc.

Da es ums Ganze geht, geht es uns alle und alle Bereiche an. Die eigenen Entscheidungen im Alltag werden politisch ebenso wie Wirtschafts- und sogar Designfragen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass es längst viele Bewegungen gibt, diese Veränderungen möglich, lebenswert und gestaltbar zu machen. Das fängt in der heimischen WG an, geht über neue Designprinzipien und Onlineplattformen wie Utopia bis hin zu den Ambitionen des Geo-Engineering. Und zumindest gibt es mit dem Weltklimarat einen weltweiten Zusammenschluss von Naturwissenschaftlern, die ihre Erkenntnisse systematisch so aufbereiten, dass das Wissen auch für Nichtexperten greifbar wird. Selbst die neuen Supermächte des Ressourcenverbrauchs wie Indien und China sind längst nicht so untätig, wie das Scheitern des letzten Klimagipfels suggerierte. All das ist ein Prozess voller Pannen, Rückschlägen und massiver Widerstände. Und der Ausgang ist völlig offen. Immerhin: Es liegt was in der Luft – wir sollten was draus machen.

Thorsten Schilling

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