Edgar Hilsenrath gehört für mich zu den wichtigsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Das Buch "Der Nazi und der Friseur" ist eine super Satire über einen deutschen und einen jüdischen Jungen, die Freundschaft schließen. Allerdings wird diese Freundschaft durch den Zweiten Weltkrieg beendet. Der eine Junge, mittlerweile ein Mann, tritt der SS bei und der jüdische Freund kommt in ein Konzentrationslager. Dort erschießt der Nazi seinen ehemaligen Freund. Er beginnt allerdings nach dem Krieg, die jüdische Identität seines Freundes anzunehmen, und endet als Friseur in Tel Aviv. "Der Nazi und der Friseur" ist ein Buch, in dem es um Identitätstausch geht, um eine Freundschaft und um Probleme, die der Zweite Weltkrieg mit sich brachte. Dennoch ist es sehr witzig geschrieben und man hat Spaß beim Lesen – auch wenn natürlich das Thema ein sehr ernstes ist. Aber es ist auch ein sehr wichtiges Thema, das von Bedeutung ist, und das nicht vergessen werden darf.
Edgar Hilsenrath: Der Nazi und der Friseur
(Deutscher
Taschenbuchverlag 2006, 10 €)
Foto: ©ARD / "Türkisch für Anfänger"
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