Mit dem 1.September haben deutschlandweit knapp 400 junge Menschen ihr "Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur" begonnen. Ich gehöre zu den Freiwilligen, die ein Jahr in einer kulturellen Einrichtung arbeiten, um sich für das Danach zu orientieren, Wartesemester zu sammeln oder ganz simpel: nach den 13 Jahren Schule nicht sofort weiterbüffeln wollen.
Auch ich hatte nach meinem Abi 2004 wenig Lust, den fließenden Übergang vom einen Lernen zum anderen Lernen zu vollziehen und habe ein Jahr Praktikum gemacht. Nachdem ich dann immer noch nicht die zahlreichen Wartesemester zusammen hatte, die ich tragischerweise für mein favorisiertes Studienfach benötige, war für mich das FSJ Kultur eine klasse Alternative: Ein bißchen Geld (281,21 Euro mit allem drum und dran) zu verdienen und dazu noch eine interessante Tätigkeit zu haben, sind gute Argumente für ein Jahr in Hamburg.
Nachdem man bis zum April 05 ein Bewerbungsschreiben an den jeweiligen Landesverband (in meinem Fall: LKJ Niedersachsen e.V.) geschickt hat, ging alles sehr fix und reibungslos: ich bekam eine Liste mit Einsatzstellen zugeschickt, von denen ich mir drei aussuchen durfte. Kurze Zeit später die Rückmeldung, wo man ein Vorstellungsgespräch vermittelt bekommen hat, Anfang Juni das Vorstellungsgespräch und eine Woche später die Zusage. So konnte ich mich den Sommer auf mein neues Leben in Hamburg freuen, den Umzug organisieren und Urlaub machen, bevor die “richtige“ Arbeitswelt ans Leben klopft.
Einstieg in die Realität
Mein Erstwunsch wurde auch meine Einsatzstelle – in der Hamburger Innenstadt fühle ich mich bei der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. gut aufgehoben. Von Beginn an durfte ich viel tun: unseren Stand bei einem Kongress zur kulturellen Bildung mitplanen, Portraits über ehemalige Stipendiaten für das Netzwerk-Magazin schreiben und bei Preis- und Stipendien-Verleihungen dabei sein.
Nach sechs Wochen Eingewöhnungszeit in den Einsatzstellen wurden wir zu unserer ersten Seminarwoche eingeladen. In Hamburg haben sich die Freiwilligen aus Hamburg und Schleswig-Holstein zu einer Gruppe formiert und eine Woche all das gemacht, was man in einer ersten Kennenlernwoche so macht: Unmengen von Kennenlernspielen, ein Seminar zum Umgang mit Stress und Informationen zu unserem Projekt. Wir haben außerdem durch eine Kultur-Ralley Hamburg kennen gelernt, eine Kulturshow und einen Grillabend veranstaltet, um Kulturmanagement schon mal im kleinen Rahmen kennen zu lernen.
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