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Einsatzstelle Kultur

Freiwilliges Soziales Jahr in Hamburg

12.3.2006 | Josefine Hintze | Kommentar schreiben | Artikel drucken


Mit dem 1.September haben deutschlandweit knapp 400 junge Menschen ihr "Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur" begonnen. Ich gehöre zu den Freiwilligen, die ein Jahr in einer kulturellen Einrichtung arbeiten, um sich für das Danach zu orientieren, Wartesemester zu sammeln oder ganz simpel: nach den 13 Jahren Schule nicht sofort weiterbüffeln wollen.

Auch ich hatte nach meinem Abi 2004 wenig Lust, den fließenden Übergang vom einen Lernen zum anderen Lernen zu vollziehen und habe ein Jahr Praktikum gemacht. Nachdem ich dann immer noch nicht die zahlreichen Wartesemester zusammen hatte, die ich tragischerweise für mein favorisiertes Studienfach benötige, war für mich das FSJ Kultur eine klasse Alternative: Ein bißchen Geld (281,21 Euro mit allem drum und dran) zu verdienen und dazu noch eine interessante Tätigkeit zu haben, sind gute Argumente für ein Jahr in Hamburg.

Nachdem man bis zum April 05 ein Bewerbungsschreiben an den jeweiligen Landesverband (in meinem Fall: LKJ Niedersachsen e.V.) geschickt hat, ging alles sehr fix und reibungslos: ich bekam eine Liste mit Einsatzstellen zugeschickt, von denen ich mir drei aussuchen durfte. Kurze Zeit später die Rückmeldung, wo man ein Vorstellungsgespräch vermittelt bekommen hat, Anfang Juni das Vorstellungsgespräch und eine Woche später die Zusage. So konnte ich mich den Sommer auf mein neues Leben in Hamburg freuen, den Umzug organisieren und Urlaub machen, bevor die “richtige“ Arbeitswelt ans Leben klopft.

Einstieg in die Realität

Mein Erstwunsch wurde auch meine Einsatzstelle – in der Hamburger Innenstadt fühle ich mich bei der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. gut aufgehoben. Von Beginn an durfte ich viel tun: unseren Stand bei einem Kongress zur kulturellen Bildung mitplanen, Portraits über ehemalige Stipendiaten für das Netzwerk-Magazin schreiben und bei Preis- und Stipendien-Verleihungen dabei sein.

Nach sechs Wochen Eingewöhnungszeit in den Einsatzstellen wurden wir zu unserer ersten Seminarwoche eingeladen. In Hamburg haben sich die Freiwilligen aus Hamburg und Schleswig-Holstein zu einer Gruppe formiert und eine Woche all das gemacht, was man in einer ersten Kennenlernwoche so macht: Unmengen von Kennenlernspielen, ein Seminar zum Umgang mit Stress und Informationen zu unserem Projekt. Wir haben außerdem durch eine Kultur-Ralley Hamburg kennen gelernt, eine Kulturshow und einen Grillabend veranstaltet, um Kulturmanagement schon mal im kleinen Rahmen kennen zu lernen.

Lust auf Kultur

Jede/r Freiwillige muss innerhalb des Jahres ein Projekt durchführen und im Nachhinein darüber Bericht erstatten. Um was es dabei geht, ist fast egal, Hauptsache, es wurde in Eigenverantwortung durchgeführt und ist zum Ende des Jahres fertig. Ob das nun ein Theaterprojekt ist, oder ob man T-Shirts für seine Firma drucken lässt – so richtig unmöglich ist nichts. Neben dem normalen "Job" gehören zum FSJ Kultur auch Bildungsseminare und freie Bildungstage. Diese fünf Wochen des Jahres sind verpflichtend. Für die freien Bildungstage darf sich jeder aussuchen, was ihn interessiert: es gibt Rhetorik- oder Interviewseminare, einen Kurs zur Mappenvorbereitung für Kunststudiengänge und, neben vielen anderen Angeboten, auch ein Atem-, Stimm- und Sprechtechnik-Seminar.

Schon zu Beginn des Jahres bildeten sich in jeder Regionalgruppe Stammtische. Da wir ein Haufen von Leuten sind, die alle Lust auf Kultur und den Rest haben, sind es lustige Runden, zu denen wir zusammenkommen. Neben dem Bildungszweck ist das FKJ also auch eine Börse für Kontakte und zum Freunde finden, denn viele sind neu in Hamburg und freuen sich über neue Freunde, Geschichten und Erfahrungen. Dass die Regionalgruppen bis jetzt noch nicht untereinander zusammengekommen sind, soll so nicht bleiben. Denn für den Sommer 06 planen wir Regionalgruppensprecher ein riesiges Camp: alle hundert norddeutschen FKJler werden eingeladen und sollen auch unbedingt kommen. Das wird hoffentlich ein großer Spaß. So viele Kulturelle auf einem riesigen Haufen.

Hier noch einmal die wichtigsten Fakten:

Bewerbungsschluss: 31.März 2006
Dauer: 1. September 06 bis 31. August 2007
Bezahlung: 281,21€ plus Kindergeld

Josefine Hintze, 20, macht derzeit ihr FSJ Kultur bei der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in Hamburg, schreibt seit einigen Jahren für das Munzinger Pop-Archiv und hat nach ihrem Abitur 04 Praktika bei Radio und TV gemacht.

Foto, oben: "Treffen der Hamburger FKJler mit Hamburgs Kultursenatorin Dr. Karin von Welck"
Foto, unten : "Maskottchen FSJ Kultur 05/06"


www.bkj.de
Bundesvereinigung kulturelle Jugendbildung

www.lkjnds.de

Landesvereinigung kulturelle Bildung in Niedersachsen

www.fsjkultur.de
Informationen über das FSJ Kultur

www.fsj-kultur.de
Forum der einzelnen FSJ-Regionalgruppen - für Interessierte offen


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