Das Buch, das ich zurzeit kaum aus der Hand legen kann, welches mir den Schlaf raubt, das mich von meiner Arbeit abhält und mich meine sozialen Kontakte vernachlässigen lässt, ist "Der Graf von Monte Christo" von Alexandre Dumas. So pur wurde mir die Droge Spannung selten verabreicht. Muss ich erklären, worum es geht? Die meisten werden zumindest schon einmal als Kind eine Verfilmung dieses Klassikers gesehen haben. Aber gut, hier noch einmal den Plot so kurz wie möglich: Im Jahr 1815 wird der 19-jährige Kapitän Edmond Dantès am Tag seiner Hochzeit mittels einer Intrige unschuldig verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Als ihm nach 14 Jahren Gefangenschaft die Flucht gelingt, kehrt er inkognito als geheimnisvoller Graf von Monte Christo nach Paris zurück, um an seinen Rivalen, die ihm Frau und
Freiheit genommen haben, Rache zu nehmen. Dafür macht er sich die Gier, den Neid und die Eitelkeit seiner mittlerweile gesellschaftlich hoch aufgestiegenen Widersacher zunutze und spinnt ein Netz, das die Intriganten langsam ins Verderben zieht. Auch man selbst wird hineingezogen in die Rache des Grafen. Getrieben wie er selbst vom Wunsch nach Genugtuung liest man Seite für Seite und kann nicht aufhören. Mich wundert überhaupt nicht, dass dieses Buch nach über 150 Jahren noch immer so beliebt ist. Ich glaube, viele finden in dieser im Grunde recht düsteren Figur des Grafen von Monte Christo etwas von sich selbst wieder. Vielleicht kennen viele die treibende Kraft, die aus einem Verlust entstehen kann, aus einem ungelebten Leben oder einer verlorenen Liebe. Ich konnte Gerard Depardieu sehr gut verstehen, als er einmal in einem Interview bekannte: Monte Christo, c'est moi!
Ian O'Brien Docker. Seltener Name, seltenes Talent. Sein Name zeugt von kanadisch-irischen Wurzeln. Als Multi-Instrumentalist lebt und arbeitet der 29-jährige Singer, Songwriter und Produzent in Hamburg. Bisher kannte man ihn vor allem aus dem Hintergrund: Er remixte Rio Reiser, war Gitarrist und Songwriter in der Band von Kid Alex. Jetzt wird er selbst berühmt. Seine erste Single "Totally Alright" mutierte gleich zum Ohrwurm. Anfang Februar 2007 kommt sein Debütalbum mit dem extrem langen Titel "Sometimes I Wish I Had A Terrible Childhood So That At Least I'd Have An Excuse" in den Handel. Wer auf Keane und Coldplay steht, wird Ian lieben. 
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Alexandre Dumas: Der Graf von Monte Christo (Gondrom Verlag 2004, 5 €)
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