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Die Macht der Religionen

Kriege und Konflikte

1.12.2004 | Susanne Sitzler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Die Weltpolitik wird von Glaubenskonflikten bestimmt - und das nicht erst seit dem 11. September 2001: Im Namen der Religionen wurden schon immer Kriege geführt. Die Kreuzzüge sind ein Beispiel aus der Geschichte des mittelalterlichen Christentums. Aber auch die Neuzeit kennt religiöse Konfliktherde: Der Nahostkonflikt zwischen Judentum und Islam, der Kaschmir-Konflikt zwischen Hinduismus und Islam oder die Kämpfe zwischen Buddhisten und Hinduisten auf Sri Lanka.

Sie alle werden in Wilfried Röhrichs Buch "Die Macht der Religionen" übersichtlich dargestellt. Die einzelnen Kapitel widmen sich dem Judentum, dem Christentum, dem Islam, dem Hinduismus und Buddhismus, aber auch dem der westlichen Welt ferner liegenden Konfuzianismus Chinas. Nach einer kurzen Charakterisierung der Grundzüge der Religion und deren Ausprägungen stellt der emeritierte Professor für Politikwissenschaft die verschiedenen Krisengebiete dar. Die letzten beiden Kapitel widmen sich einem Religionsvergleich und den Chancen des interreligiösen Dialogs.

Das Argument, dass Religion beispielsweise im politischen Islamismus nur Mittel zum Zweck sei, lässt Röhrich nicht gelten. Er schreibt: "Die Fundamentalisten sind keine Muslime, die ihre politischen Forderungen nur religiös ummanteln; sie sind Gläubige, und sehen in ihrer Überzeugung den alleinigen wahren Glauben."

Röhrich macht deutlich, dass Weltpolitik nur durch Kenntnis der Religionen und der Religionskonflikte zu verstehen ist. Sein Buch liefert dazu einen kompakten Überblick.

Wilfried Röhrich: Die Macht der Religionen. Glaubenskonflikte in der Weltpolitik. Beck 2004, 304 Seiten, 14,90 Euro.

Susanne Sitzler ist bpb-Volontärin.







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