Geld ist weniger ein Ding als ein System von Zeichen und Regeln, die die gesellschaftlichen Verhältnisse in Zahlen fassen, tauschbar und messbar machen. Geldfragen sind immer auch Machtfragen. Die Schulden der Einen sind die Vermögen der Anderen. Das klingt symmetrischer als es in Wirklichkeit ist. Gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich die Umverteilung mit den globalen Finanzkreisläufen vergrößert, ist die Asymmetrie zwischen den Besitzenden und Besitzlosen, zwischen Gläubigern und Schuldnern stark gewachsen. Das System des Geldes wird politisch, weil grundsätzliche Fragen ins allgemeine Bewusstsein drängen, die wir in dieser fluter-Ausgabe beantworten wollen: Sind die Schulden gerechtfertigt? Sind die Vermögen gerecht verteilt? Wer hat wieviel zu erwarten?