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Bach, Beethoven, Brahms

Beruf: Pianistin

27.11.2007 | Mila Zaharieva-Schmolke | Artikel drucken
Evgenia Rubinova wurde 1977 in Taschkent in eine Musikerfamilie geboren und lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main. Die frühe Kindheit verbrachte sie in der usbekischen Hauptstadt, später lernte sie an der Gnessin-Musikschule in Moskau und studierte schließlich Klavier beim bekannten russisch-amerikanischen Pianisten Lev Natochenny an der Frankfurter Musikhochschule. Heute tritt sie weltweit am Flügel auf und spielt mit großen Orchestern. Ein Gespräch über das viele Üben in der Kindheit und den langen Weg zu einer internationalen Karriere.

Mila Zaharieva-Schmolke: Sie sind in Usbekistan geboren, sind in einem musikalischen Elternhaus groß geworden, wie entstand die Faszination für die Musik?

Evgenia Rubinova: Sie entwickelte sich sehr natürlich, als ich drei oder vier Jahre alt war, habe ich sehr gerne und viel gesungen, deshalb wollten meine Eltern meine musikalische Begabung fördern.

Haben Ihre Eltern, die Berufsmusiker sind, Ihr Interesse für die Musik zusätzlich sensibilisiert?

Sie haben meine Leidenschaft für die Musik von Anfang an gefördert und dafür bin ich ihnen heute sehr dankbar. Um mir eine professionelle Ausbildung zu ermöglichen, haben sie auf vieles verzichten müssen.

Das Formen eines Musiktalentes erfordert sehr viel Disziplin und tägliches Üben am Klavier. Blieb Ihnen damals Zeit für andere Dinge?

Vielleicht haben andere Kinder mehr gespielt als ich, aber ich hatte eine schöne Kindheit, viele Freunde und eine gewisse Freizeit blieb trotz allem. Allerdings bin ich mit 13 Jahren alleine nach Moskau gegangen, um dort weiter zu lernen, und musste mich von der Kindheit verabschieden.

In Moskau haben Sie die Musikschule Gnessin besucht. Warum war der Wechsel der Schule in diesem Moment so wichtig?

Nur dort konnte ich mich weiterentwickeln. Meine Lehrerin in Taschkent wurde eingeladen, an dieser angesehenen Musikschule zu unterrichten. Deshalb hat sie ihre talentiertesten Schüler mit nach Moskau genommen und ich war dabei. Da ich von nun an ohne meine Eltern in dieser großen Stadt leben musste, war es sehr schön, dass ich mit meiner Lehrerin zusammen wohnen konnte und sie sich um mich gekümmert hat.

Und wieso wollten sie dann doch Moskau verlassen, um in Deutschland zu studieren?

In Russland fehlten mir die finanziellen Mittel, um einen Meisterkurs zu besuchen oder an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Wenn man keine Beziehungen hat, schafft man den Sprung dahin nie. In Deutschland wurde ich von Lev Natochenny betreut, der mich als Pianistin geformt hat.

Wie wichtig ist für Sie als Künstlerin, ein Image zu haben oder gar eine bestimmte Rolle zu spielen?

Als Künstlerin muss ich authentisch sein, um überzeugend auftreten zu können. Eine Rolle oder ein Image würde mich zu sehr einschränken. Wenn ich mich in eine Schublade stecken ließe, könnte ich mich nicht mehr entwickeln.

Und was sind Ihre nächsten großen Auftritte in Deutschland und im Ausland?

Im November werde ich in der Kölner Philharmonie an drei Abenden Tschaikowskys erstes Klavierkonzert spielen. Im nächsten Jahr spiele ich Chopins erstes Klavierkonzert in Leeds in England.

Das Gespräch führte Mila Zaharieva-Schmolke.

Foto: privat


www.rubinova.wikidot.com
Klangbeispiele und ein Mitschnitt aus Leeds von 2003

www.evgeniarubinova.com
Homepage von Evgenia Rubinova