2 Takter sind im SchoolJam Wettbewerb 2010 Sieger im Regiofinale geworden. 2Takter sind Julian Pahlke (18) und Leo Feisthauer (17). Sie treten immer zu zweit auf und laut sind sie immer. Ohne Gehörschutz geht nichts. Darauf ist das Publikum erstmal nicht gefasst.
Julian von 2Takter: "Wir sind ein Trommelduo aus der Region Hannover und behaupten, eines der ungewöhnlichsten des ganzen Landes zu sein.
Wir beide spielen schon über 10 Jahre Schlagzeug, was unsere Liebe für Rhythmus erklären könnte ... Trotzdem spielt jeder von uns in der Freizeit noch andere Instrumente wie Gitarre, Klavier oder Bass. Zudem haben wir beide andere ungewöhnliche Hobbies. Leo macht seit einigen Jahren Parcour und springt dabei wie ein Flummi durch Hannovers Stadtteile und ich bin Radiomoderator bei einem Sender für Hannover und die Region und segel leidenschaftlich und sehr viel!"
Begonnen haben sie mit afrikanischen Trommeln an zu spielen, bis sie einem langen Novemberabend an einer Tankstelle nach Öltonnen suchten. Das liegt nun schon mehr als sechs Jahre zurück und ihr Equipment füllt mittlerweile einen ganzen Anhänger. 2Takter: "Heute fahren wir heute unter anderem bis nach Leipzig, Berlin und Hamburg um zu trommeln und Workshops zu geben."
fluter.de: Wie kommt ihr zu eurem Bandnamen?
2Takter: Wir sind nun mal zwei Leute, machen Musik, also Takte, und wegen unseres eher ungewöhnlichen Equipments dachten wir, dass die Leute oft Autowerkstätten und den 2Takter-Trabbimotor mit uns in Verbindung bringen. Und weil so viele Bands englische Namen haben und die Deutsche Bahn auch schon einen 'Service Point' und keine 'Information' mehr hat, dachten wir uns, wir sind eben 2Takter.
Wie entstehen eure Songs?
Wir schreiben ja nicht Songs in dem Sinne. Vielmehr sind es Percussionstücke. Aber auch die notieren wir uns nicht auf Notenpapier. Nach all den Jahren haben wir die irgendwie im Kopf, und dann improvisieren wir natürlich sehr viel. Trotz allem gibt es aber immer ein festes Grundgerüst, das das Stück trägt. Aber wie so viele Bands, haben auch wir uns einen eigenen Namen für unsere Musikrichtung überlegt: Metal Street Drumming.
Wie wichtig sind euch die Texte?
Wir haben leider keine Texte … Aber über unsere Moderationen machen wir uns gelegentlich Gedanken.
Wie steht ihr zu Phänomenen wie "Popstars" oder "DSDS“"?
Die Castingshows der privaten Fernsehanstalten sind nun mal nur aufs Kommerzielle bedacht. Das ist sehr schade! Natürlich wollen die Leute dahinter ihr Geld verdienen, aber dabei eine ganze Masse an Jugendlichen so vorzuführen, das finden wir einfach nicht in Ordnung! Dass es auch anders geht, hat man ja bei Stefan Raabs USfO gesehen. Ohne Beschimpfungen und fiese Kommentare ging es darum, wirklich Talente zu suchen. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Was haltet ihr generell von Wettbewerben?
Wettbewerbe sind eigentlich gar nicht so übel. Aber Musik ist nun mal Geschmackssache und ob man bei so etwas einen Sieger küren kann … Ich weiß nicht. Aber man wird einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und wenn man als Band auch mal verlieren kann, ist ein so ein Wettkampf genau das richtige, um mal ein bisschen den unsichtbaren Wettbewerb von da draußen einzuatmen.
Wie professionell seid ihr und wollt ihr einmal vom Musikmachen leben?
Ich weiß nicht, ob man bei uns von professionell sprechen kann. Aber wer träumt nicht davon später genau von dem zu leben, was einem am meisten Freude bereitet? Natürlich wollen wir gerne alles mitnehmen, was sich uns anbietet, aber wir wollen realistisch bleiben und uns nicht zu sehr auf das Eine fixieren.
Wie ist es für euch, auf der Bühne zu stehen?
Bühnen sind Hammer! Da oben zu stehen und zu sehen, dass da unten gerade so viele Leute DIR zuhören! Fett! Bei uns wird ja nicht mitgesungen oder so, aber oft wippen die Leute mit dem Kopf mit, klatschen und wundern sich, was wir wohl für komische Musik machen. Oft spielen wir auch auf Straßen, also direkt auf Augenhöhe mit dem Publikum. Das ist jedes Mal auch ein ganz besonderes Feeling. Keine hohe Bühne, die einen trennt, einfach viel direkter. Nicht so distanziert.
Absolutes No-Go auf der Bühne?
Sich über andere stellen oder den Kollegen schlecht machen! Manchmal kann man das aber auch als kleinen Überraschungseffekt nutzen, um danach so richtig Dampf auf der Bühne zu machen … Das schönste daran sind die verblüfften Gesichter im Publikum. Super!
Was muss mit auf die Bühne?
Unser Gehörschutz! Ohne den spielen wir nicht. Wir behaupten schließlich, lauter als eine startende Boeing zu sein … Aber bei den vielen Auftritten im Jahr ist es sehr wichtig, dass man sich das Gehör nicht kaputt macht! Ansonsten bekommt man die Rechnung dafür erst im Alter, und dann ist es zu spät! Was sonst noch mit muss, das sind immer ein paar Ersatz-Sticks und die nötige Portion Bock, die Leute gut zu unterhalten und ihnen etwas Besonderes zu bieten!
Wer sind eure musikalischen Vorbilder?
Hm … So richtige Vorbilder haben wir leider nicht. Was aber daran liegt, dass es einfach kaum Gruppen gibt, die so einen "Schrott" machen wie wir. Natürlich sind wir große Bewunderer von Stomp!. Aber uns an denen zu orientieren fällt uns auch schwer, denn die Truppe besteht aus knapp 20 Mitgliedern und wir nun mal nur zwei.
Diesen Satz über uns können wir nicht mehr hören:
"Wieso heißt ihr 2Takter?" Und: "Wieso seid ihr nur zu zweit?" Wir wollen einfach flexibel bleiben und sind auch zufrieden so, wie es läuft. Wenn wir mehr Leute wären, könnte man nicht mehr so viele Auftritte spielen und weniger proben. Außerdem gibt es jetzt keine Chef-Frage zu klären.
Was kann man am Musikunterricht in der Schule verbessern?
Mehr mit den Händen erfahren und weniger das Trichterprinzip. Denn gegen Ende der Schulzeit kann einem so ein bisschen Ablenkung vom ständigen pauken und dem Druck sehr helfen. Wir merken das jetzt so kurz vorm Abi. Musik entspannt, nicht nur beim Hören.
Dankeschön!
Fotos: privat
Kontakt:
2takter.com
info@2takter.com
Postanschrift:
Julian Pahlke
Matthias-Claudius Str. 10
30989 Gehrden
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