Der Medienwissenschaftler und Buchautor Lutz Hachmeister über das Abschlaffen der Journalisten, Klick-Schweine in Asien, den Weckruf der Blogs und die Armut des Fernsehens
Vor allem jüngere Menschen lesen immer weniger Zeitung – wie sieht es
denn bei Ihnen aus?
Ich bekenne, dass ich
noch nie besonders intensiv Tageszeitungen gelesen habe. Und meine
Zeitungslektüre ist noch flüchtiger geworden, ab und zu die »Süddeutsche Zeitung«
oder die »Frankfurter Allgemeine«, sehr selten die »taz«. Ich habe aber die
»Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« abonniert. Die Entwicklung geht
allgemein hin zur gedruckten Wochenpresse und zu täglichen Informationen im
Netz. Vielleicht bin ich da nicht repräsentativ, aber mir fehlt das tägliche
Zeitungslesen nicht.
Weil Sie vieles schon kennen, was in der Zeitung steht?
Ja, es gibt einen
Überfluss an sich ewig wiederholenden Informationen und Meinungen. Irgendwann
hat man das Gefühl, von allen Katastrophen und Perversitäten schon mal gehört
zu haben. Der Journalismus hat generell das Problem der »Füllung «, das heißt,
eine tendenziell größere Anzahl von Produkten und Kanälen muss quantitativ
gefüllt werden, ohne dass der Spannungsgehalt steigt. Abwechslung bieten dann
nur noch Megaereignisse: Nine Eleven in New York, mysteriöse Flugzeugabstürze
…
Das klingt, als würde man durch hohen Medienkonsum zum abgestumpften
Zyniker?
Nein, sicherlich auch
durch die realen politischen Verhältnisse, aber es hat auch mit dem ermüdenden
Alarmismus der Journalisten zu tun …
Wenn zum Beispiel tagelang auf den ersten Seiten und im Fernsehen die
Schweinegrippe grassiert …
… und sich das Ganze
dann als Luftnummer herausstellt. Der Journalismus verspielt hier Vertrauen,
und das ist die zentrale Währung im Verhältnis von Publizisten und Publikum. Es
ist wie bei einer dauernden Versorgung mit milden Drogen; als würde man
ständig kiffen. Auch wenn man weiß, dass es einen nicht umbringt, führt es
doch zu einem dösigen Zustand – das macht der Journalismus mit der
Gesellschaft.
Liegt es nicht auch am fehlenden Geld, dass der Journalismus schlechter
wird? Wenn die Anzeigen wie in der Krise ausbleiben, leidet schließlich auch
die Recherche.
Es gibt vier Faktoren,
von denen außergewöhnlicher Journalismus abhängt: Geld, Zeit, Recherche und
Stil. Man kann auch als Solist oder Amateur oder Blogger gute Ideen haben und
intensiv recherchieren, aber die professionelle Kombination von ganz eigenem
Stil, hartnäckigem Nachhaken und auch Wirkung in die Gesellschaft hinein
garantieren nur ökonomisch gut ausgestattete Institutionen mit hohen Standards.
In Deutschland fehlt es aber nicht nur am Geld: Der Journalismus ist nicht auf
der Höhe der Zeit. Ich finde es gibt wenige, die hier formal etwas Neues wagen,
ohne ins Neckische oder nur Verspielte zu verfallen…
Wie kommt es dazu?
Die Tagespresse hält
starr an einer traditionellen Ressorteinteilung fest. Vorne Parteipolitik, in
der Mitte das Feuilleton, dann Sport und Reiseteil. Das ist ein Spartendenken
aus dem 19. Jahrhundert, völlig antiquiert. Ähnlich beim Fernsehen. Deshalb ist
das wildere Internet auch für jüngere Leute attraktiver. Zudem gibt es einen
deutlichen Überhang von Parteipolitik, die aber von den Bürgern so nicht mehr
gewollt wird, ohne dass es dazu eine deutliche Alternative gäbe, wie ich gerne
zugebe. Aber insgesamt überwiegt der Eindruck von einem Eliten-Brummkreisel
aus Journalismus und Parteipolitik, mit weitgehendem Intelligenzausschluss.
Soll das heißen, dass sich die Journalisten vor allem um sich selbst
drehen?
Es gibt einen
zentristischen Mainstream, der die alte linksliberale Gesinnung abgelöst hat.
Der Journalismus ist wie die gesamte Gesellschaft in die Mitte gerückt. Die
meisten Medienleute leben in einem wohlanständigen Leben, das vor allem
verteidigt werden soll. Natürlich geht man ab und zu mal zu den Arbeitslosen
und zu den Neonazis – das sind dann so Pflichtthemen. Aber eigentlich hat man
sich gemütlich eingerichtet. Wie wenig prognostisch der Journalismus im Fall
dieser fundamentalen Krise des Konsumkapitalismus war – das fand ich schon
signifikant. Der Journalismus muss aber wie ein Seismograf funktionieren, wenn
er noch ernst genommen werden will. Er müsste viele Fragen früher stellen.
Klingt so, als hätten Journalisten ihr schlechtes Image zu Recht.
Ich glaube gar nicht,
dass Journalisten ein schlechtes Image haben. Sonst würden so viele junge
Leute nicht in die Medien wollen. Wenn der Journalismus aber langsam stirbt,
und das befürchten ja viele Journalisten selbst, stirbt er von innen. Er wird
nicht technologisch erledigt – durch Blogs, durch das Web oder durch die
Abwanderung der Werbung ins Internet, sondern weil er von denen nicht mehr
beachtet wird, für die er sprechen will. Die intellektuelle Ermattung dieses
Landes, die durch das Wohlstandsniveau gefördert wurde, spiegelt sich im
Zustand der publizistischen Medien wider. Da gibt es wenig Neuerung, Energie
und Angriffslust, aber viel Saturiertheit.
Sie klingen ja nicht gerade optimistisch. Liegt es denn nur an der
Trägheit der Journalisten, dass die Medien in der Krise stecken?
Es liegt auch daran, dass man
von einem Medienmanagement in Deutschland kaum noch sprechen kann. Nennen Sie
mir jemanden, der ein neues Blatt, einen neuen Sender heute publizistisch prägt
und eine Linie auch mal durchhält. Jakob Augstein mit dem »Freitag« vielleicht,
da muss man mal sehen, was daraus wird. In der Nachkriegszeit hat man sich
wenigstens noch einiges von den Briten und Amerikanern abgeschaut. Der
»Spiegel« ist ja eine Kopie des »Time Magazines«, »ARD« und »ZDF« haben bei der
englischen »BBC« gelernt. Damals gab es diese Verlegerpersönlichkeiten wie
Rudolf Augstein, Gerd Bucerius oder Henri Nannen. Aber über die Jahrzehnte
versiegte die Kraft, originelle Titel auf den Markt zu bringen. Und
mittlerweile gibt es eine völlige Angststarre, rein ökonomistisches Denken. Die
Managementschwäche in diesem Sektor ist verblüffend. Man wünscht sich ja
beinahe Leo Kirch zurück, obwohl der nun wirklich viele Fehler gemacht hat.
Wie hart trifft die traditionellen Medienunternehmen – also Verlage und
Sender – die Konkurrenz des Internets?
Ziemlich hart, aber
zumeist selbst verschuldet. Viele Unternehmen haben zu spät reagiert und
lediglich probiert, ihre alten Formen ins Internet zu transportieren. Der
englische »Guardian « macht es vor, wie man neue und alte publizistische
Sphären integrieren kann – also den professionellen Journalismus und die
Kommentare und den Sachverstand der Leser. In den USA haben sich eigenständige
journalistische Foren im Netz etabliert; »Huffington Post«, »The Daily Beast« …
Während hierzulande selbst seriöse Medien im Internet mit
Boulevardthemen wie dem schönsten Busen möglichst viele Klicks sammeln …
Das hat viel mit dem
Zwang zu tun, für das Netz eine Währung zu finden, nach der sich der Preis der
Werbung richtet – wie die Auflage bei Zeitschriften oder die Einschaltquoten im
Fernsehen. Man weiß zwar, dass diese Zahlen alle nicht stimmen und da gemogelt
wird, aber dennoch wird an diese Zahlen wie an eine Religion geglaubt. Wir
wissen ja, dass in asiatischen Ländern diese so genannten Klick-Schweine
arbeiten, mit denen die Anzahl der Page-Visits künstlich nach oben getrieben
wird.
Ist denn das bloße Schielen auf die große Masse noch zeitgemäß, wo doch
immer mehr Lebensstile nebeneinander existieren?
Ich finde die Absicht,
möglichst viele Leute mit einem Film, einer Zeitung, einem Fernsehsender zu
erreichen, nicht schlecht. Es ist ja wichtig, dass man sich mit den
Lebensstilen der anderen auseinandersetzt. In diesem Sinne bringt ja die
Zurschaustellung der viel beredeten Unterschicht bei »RTL« auch Lerneffekte mit
sich, ob einem das angenehm ist oder nicht. Ansonsten gäbe es ja nur noch
Monaden und Ego-Kulturen. Und dennoch liegt die Zukunft der
publizistischen Medien eher in den
Nischenprodukten, das sieht man am Zeitschriftenmarkt.
Wird
es im Internet auf absehbare Zeit Medien geben, die durch Werbung finanzierbar
sind?
Das Internet ist
strukturell antikapitalistisch und damit zerstört es die Struktur der
traditionellen Medienwirtschaft. Es ist das Metamedium, das alle anderen Medien
aufsaugt, und damit diese alten Medien in ihrer Existenz bedroht. Das Internet
bietet die beste Möglichkeit für den Nutzer, Werbung komplett zu ignorieren.
Sie wird als lästig empfunden, während sie bei Zeitschriften durchaus eine
ästhetische Komponente hat. Das macht es zunächst kompliziert und schwierig,
Geld zu verdienen, außer für Google und wenige andere Pionierunternehmen.
Aber, wer weiß, wie das Internet in zehn Jahren aussieht, und wer es
strukturell beherrschen wird. Murdoch hat gerade eine Rückkehr zu Paid
Content, zu bezahlten Inhalten angekündigt.
Früher
war die Meinungsfreiheit die Freiheit weniger, die Geld genug hatten, ihre
Meinung zu verbreiten. Heute kann im Netz jeder sein eigener Verleger werden.
Ist das nicht ein Demokratisierungsprozess?
Das ist eine
Gewinn-Verlust-Rechnung. Früher gab es klare Gegnerkonstellationen: Das rechte,
bürgerliche Blatt las man als Linker nicht, oder auch nur, um sich darüber
aufzuregen und seinen eigenen politischen Standpunkt zu schärfen. Heute gibt es
eine hochgradige Zerstreuung der Meinungen und Ansichten. Der Gewinn der
Millionen Meinungen ist auch der Verlust der klaren Konstellationen. Meine
These ist, dass diese zuweilen fast spirituelle Hingabe an das Internet eine
Art technologisches 1968 ist. Also vor allem ein Widerlager gegen diese
formalpolitisierte Elterngeneration und gegen ihre bürgerlichen
Traditionsmedien. Das Internet ist das erste Medium, das als solches
vorbehaltlos von einer ganzen Generation verteidigt wird. Das hat
sozialpsychologische und kulturelle Ursachen, die über die reinen
Funktionsmöglichkeiten der Online-Kommunikation hinausgehen. Das Medium ist
hier wirklich die Botschaft und umgekehrt, unabhängig von irgendwelchen
Inhalten.
Laut
Studien verliert auch das Fernsehen massiv Nutzer ans Internet.
Viele Fernsehmanager in
Deutschland haben noch nicht begriffen, dass sich die jüngeren, gebildeteren
Schichten scharenweise vom offiziellen Programmfernsehen abwenden. Das liegt
aber auch an den mangelnden Investitionen in Talent und im geringen Aufwand
für neue Formate. Es wird inzwischen fast alles von der »BBC« kopiert, die
sehr frühzeitig moderne Strategien für das Online-Zeitalter entwickelt hat.
Andererseits werden bewegte Bilder, Filme bis hin zur Mischung mit Games,
gerade für das Internet immer wichtiger. Die Fernsehsender mit ihren hohen
Budgets haben also ein enormes Potential in ihrer Rolle als Produzenten und
Auftraggeber.
Am
Vorabend laufen selbst bei ARD und ZDF Daily Soaps und danach
Herz-Schmerz-Filme, die auch zu RTL passen würden. Erfüllt das öffentlich-
rechtliche Fernsehen noch seinen Bildungsauftrag?
Ich bin für ein
werbefreies öffentlichrechtliches Fernsehen nach dem Vorbild der »BBC«, schon
damit diese komische Argumentation nicht mehr trägt, dass man Daily Soaps
machen muss, um ein möglichst großes, jugendliches Publikum zu bekommen. Wenn
man das junge Publikum nur erreichen will, damit man Werbespots verkaufen kann,
ist das eine armselige Definition der eigenen Tätigkeit. Es gibt jede Menge
interessante Sendungen, vielleicht mehr denn je, aber eben spät in der Nacht
und eben nicht im Schaufenster. Es gibt einen merkwürdigen Vertrauensverlust
des Fernseh- Managements zu den Möglichkeiten des eigenen Mediums, ähnlich wie
beim Journalismus. Das Fernsehen war mal näher dran an der Gesellschaft.
Außerdem fehlen die markanten Reporterpersönlichkeiten. Wenn man heute fragt, wer
ein auffälliger Reporter ist, fällt einem ja kein Name mehr ein.
Johannes B. Kerner.
Ja, danke schön. Der würde sich selbst nicht als Reporter bezeichnen.
Wie kann man denn vor dem Hintergrundvon
Überalterung und Niveaulosigkeitdes Fernsehens noch dieRundfunkgebühren
rechtfertigen, die man ja selbst für einen fernsehtauglichen Computer zahlen
muss?
Die
Abgabe für einzelne Geräte ist absurd. Sie wird bald durch eine Medienabgabe für
alle abgelöst. Ich glaube nach wie vor, dass alle Länder gut fahren, die ein
starkes öffentlichrechtliches System haben. Die USA leiden zum Beispiel gerade
jetzt darunter, dass es das dort nicht gibt. Ein Land verliert so irgendwann
seine Stimme – das merken die Amerikaner gerade, die lange Zeit auf Hollywood und
das kommerzielle Fernsehsystem gesetzt haben. Gerade wenn man für ein starkes
öffentlich-rechtliches System ist, muss man aber erst recht die reale
Programmleistung beobachten. Mit den fast acht Milliarden Euro, über die »ARD«
und »ZDF« verfügen, wäre schon ein Programm zu liefern, das die Gesellschaft
mehr interessiert, aufregt und sie nicht nur einschläfert.
Wird das öffentlich-rechtliche System nicht dadurch
behindert, dass vor einer inhaltlichen Debatte erst eine Diskussion über die
Parteizugehörigkeit der Redakteure kommt?
Ja,
man denkt mitunter, da sind doch viele aus der Adenauerzeit nie herausgekommen.
Wir brauchen eine wirkliche Programmdebatte außerhalb der Rundfunkräte – mit
Leuten, die in keinem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Es ist ja schon
bezeichnend, dass die Politiker »ARD« und »ZDF« so sehr lieben, wie niemals
zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik, weil sie da noch ungefiltert zu
Wort kommen. Ich plädiere auch für ein Medien- und Kulturministerium auf Bundesebene,
das wirkliche medienpolitische Entscheidungskompetenzen hat. Die bisherige
Medienpolitik der einzelnen Bundesländer ist so träge und bürokratisch wie die
Bildungspolitik. Da kommen nur Gesetzesungetüme heraus, während die
eigentlichen Probleme nicht gelöst werden.
Vor welchen Aufgaben steht die Medienpolitik?
Neben
einer Reform des öffentlichrechtlichen Systems müssen vor allem Fragen des
Urheberrechts gelöst werden, die Wissenskonzerne wie Google aufwerfen. Darf ich
ständig auf Inhalte zugreifen und damit Gewinne machen, ohne dass ich etwas an
die ursprünglichen Autoren zurückgebe? Ein weiteres Problem ist die Nutzung sozialer
Netzwerke, also von Freundschaftsseiten, die Daten weiterverkaufen oder anderen
Geschäftsfeldern zuspielen. Außerdem müssen wir stärker erforschen, wie
Jugendliche Medien konkret nutzen, und in welchem Zusammenhang das mit ihrem
Bewusstsein von Politik, Geschichte und Gesellschaft steht. Da gibt es so gut
wie keine intelligenten Studien oder auch nur Befragungen. Es ist sehr
interessant, wie stark die Kommunikationsmittel selbst zum inhaltlichen Thema werden.
Man unterhält sich mit dem Handy über die Möglichkeiten des Handys oder
diskutiert im Internet über das Internet als solches.
Müsste es nicht auch eine internationale Medienpolitik
geben?
Ja,
sollte und müsste es, vor allem wegen der Verflechtung von Medienunternehmen mit
der handelnden Politik. In Frankreich bestimmen Präsident Nicolas Sarkozy und
seine Freunde aus der Rüstungsindustrie die Publizistik, eine Art neuer
Bonapartismus: Wenn man durch Frankreich fährt und an den Kiosken nur noch
Sarkozy, Carla Bruni und ein paar Minister sieht, hat man den Eindruck, dass
die Presse sich selbst aufgegeben hat. In Italien gibt es hingegen eine
dauernde Komödie. Der Medienlenker Berlusconi ist gleichzeitig der oberste
Staatsclown. Der EU ist so etwas offenbar gleichgültig …
Wie kommt es, dass in Russland Journalisten
erschossen werden und sich das kaum auf die internationalen Beziehungen
auswirkt?
Da
überwiegt die nackte Machtpolitik, im Falle Russlands: das gute Einvernehmen in
Sachen Energieversorgung. Das überlagert jede Überlegung zum Thema
Meinungsfreiheit. Wenn, wie im Fall von Anna Politkowskaja, jemand umgebracht
wird, gibt es nur einen kurzen Aufschrei und lauwarme Proteste der deutschen
Politik, aber kein substanzielles Verlangen nach Aufklärung. Dasselbe gilt für
China, wo ja auch deutsche Medienkonzerne umtriebig und auf das Wohlwollen der
dortigen Regierung angewiesen sind. Das funktioniert eine Zeit lang, aber nicht
auf Dauer. Es wird in diesen Ländern zu demokratischen Gegenbewegungen kommen.
Welche großen Umwälzungen wird es im Mediensektor
in Zukunft geben?
Die
nächsten großen Spieler im Markt sind die Telekommunikationsunternehmen. Sie
greifen das Terrain der traditionellen Medienkonzerne an oder kooperieren mit
ihnen, indem sie neue Inhalte-Pakete anbieten – wie die deutsche Telekom bei
Sport und Entertainment. Die kränkelnde »New York Times« musste ja gerade von dem
mexikanischen Telefonmilliardär Carlos Slim Helú gerettet werden, der ihr einen
Kredit über 250 Millionen Dollar gewährt hat. Das ist vielleicht eine gerechte
Umkehrung der Verhältnisse – dass ausgerechnet ein Mexikaner das führende
amerikanische Blatt kaufen kann.
Lutz Hachmeister,
49, unterrichtet Journalisten, schreibt Sachbücher und produziert Filme. Er
war Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, das einmal im Jahr die besten
Fernsehsendungen auszeichnet. Er hat zudem über die Nazivergangenheit vieler Redakteure
beim Spiegel kurz nach Gründung
des Magazins geschrieben. 2005 eröffnete er in Berlin das Institut für Medien-
und Kommunikationspolitik. Zuletzt veröffentlichte er das Buch »Nervöse Zone –
Politik und Medien in der Berliner Republik«, Verlag DVA
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