Die Grenzen der Objektivität

Harlequin | 14.09.12 13:57 | 0 Kommentar(e) | » zum Blog: Nebel der Unsterblichkeit

"Nebel der Unsterblichkeit"… Das klingt erstmal merkwürdig, wenn man es im Zusammenhang des Introtextes dieses Blogs betrachtet, verschlechtert Nebel die Sicht doch nur noch mehr, anstatt sie zu klären. Doch dieses Paradoxon ist bewusst so gewählt, denn die Objektivität, die ich hier mit der Unsterblichkeit umschreibe, hat ihre Grenzen.

Objektivität ist in der Regel ein Werkzeug der Wissenschaft. Eine Maschine, die Fakten frisst und logische Zusammenhänge ausscheidet. Sie ist hilfreich, um vernünftige, rationale Lösungen zu finden, die nicht bevorzugen oder benachteiligen; die den bestmöglichen Kompromiss für alle darstellen. Wir sind allerdings keine objektiven Wesen. Wir werden getrieben von Instinkten und Gefühlen und haben Interessen und Motivationen, die objektiv nur schwer, beziehungsweise gar nicht nachvollziehbar sind.

Die Objektivität hat das alles nun mal nicht, hat keine Meinung. Denn für eine Meinung braucht man eine Perspektive, einen Standpunkt. Dass der Objektivität dieser fehlt, ist der Grund dafür, dass sie uns fühlenden Menschen so hilfreich sein kann, doch es bedeutet auch, dass wir Objektivität mit Vorsicht genießen sollten. Denn wer keine Meinung hat, dem ist folglich alles gleichgültig. Dem ist egal, ob man lebt oder stirbt, ob man glücklich oder traurig ist, gesund oder krank. Reine Objektivität hat eine Antwort auf all unsere Probleme und Fragen: egal. Und so potent sie - im Zusammenspiel mit Logik und Vernunft - auch sein mag, sie allein kann unsere auf Gefühlen basierenden gesellschaftlichen Probleme nicht lösen. Sie kann uns nur dabei helfen.



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