Wenn Frauen ihr eigenes Ding machen
BlogDerby | 12.07.12 02:23 | 0 Kommentar(e) | » zum Blog: Ich kann nicht, ich hab Roller Derby!
Ich bin ein Mädchen und ich fahr Rollschuh. Ich fahr aber nicht einfach geradeaus, sondern im Oval. Dabei verpasse ich meinen Gegnerinnen Bodychecks. Das kann wehtun. Doch das macht Spaß.
Viele Sportarten sind oder waren - anfangs zumindest - Männerdomänen. Dies gilt insbesondere für Kontaktsportarten. Ganz gleich ob Fußball, Basketball, Boxen oder Eishockey: die Liste ist unendlich. Und unendlich sind auch die Bemühungen von Frauen in eben diesen Sportarten Anerkennung zu finden. In Deutschland haben Fußballerinnen mitunter wohl am meisten gelitten. Noch in den 70er Jahren haben Kommentatoren und Moderatoren live im Fernsehen (mal Wim Thoelke auf Youtube checken) ihrem - aus heutiger Sicht - fragwürdigen Humor freien Lauf gelassen. Es mag daran liegen, dass Männer all diese Körperertüchtigungen zuerst ausgeübt haben und es in der abgespeckten Frauenversion für sie total unspektakulär aussieht. Es gibt aber einen ganz tollen Sport, der sich Roller Derby nennt, auf Rollschuhen ausgeübt wird und zwar fast nur von Frauen. „Fast", da seit kurzer Zeit auch Jungs auf den Zug aufgesprungen sind, aber noch nicht viele. Genaueres gibt's im fluter-Artikel "Do-it-yourself auf acht Rollen" nachzulesen.
Die moderne Version dieses Vollkontaktsports ist vor zwölf Jahren von Frauen ins Leben gerufen worden und seitdem eine Frauen-Domäne. Mehr als 1200 Ligen und Vereine üben ihn weltweit aus. Das ist eine beachtliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass alles erst 2001 in Texas mit einem einzigen Team begonnen hat. Seitdem treiben Frauen weltweit die Bewegung an. Für viele ist es mehr als nur ein Sport. Es ist Lebensgefühl, vielleicht auch die Freude Teil einer ganz besonderen Gemeinschaft zu sein und natürlich auch ein Weg, die Aggressionen des Alltags loszuwerden. In erster Linie haben Frauen hier aber etwas geschaffen, was irgendwie nur ihnen gehört.
Foto: Harald Karle