Philosophie
Ein großes Wort und ein weites Feld. Doch philosophieren kann eigentlich jede/r. Wer macht den Anfang?
| Hilfe |  Neuer Thread | Forum-Start | Thread ein | Suchen | | neuester  << Beitrag >> 
 Gibt es ein Individuum?

  Autor: Dirk     Datum: 30.05.10 22:49

Wir sind eigenständige Wesen mit einem eigenen Willen. Das denke ich ab und zu. Doch kann ich überhaupt ganz individuell entscheiden, was ich will? Durch wen oder was werde ich beeinflusst? Und wie kann man sich den äußeren Einflüssen entziehen? Geht das überhaupt? Und: Will ich das?

Auf diesen Beitrag antworten
 
 Re: Gibt es ein Individuum?

  Autor: Hein     Datum: 15.06.10 22:13

Ist denn die Frage nach dem Individuum oder nach dem freien Willen? Ist man nur ein Individuum, wenn man einen freien Willen hat? Was ist der freie Wille?

Zum Letzten: in denke der "reine" freie WIlle, der von Erfahrungen des Individuums unabhängig ist nicht denkbar. Ich jedenfalls treffe meine Entscheidungen wenn ich ehrlich bin immer so, dass ich alles was ich mal erlernt habe, erfahren habe und nicht vergessen habe mit der aktuellen Situation vergleiche und mich dann entscheide.... (auch die unbewußten Kenntnisse der Vergangenheit werden wohl mitspielen). einen vollkommen freien Willen hat man (denke ich) nur kurz nach der Geburt.... aber da sind die Willensäusserungen wiederum sehr begrenzt. Insofern ist nach Wittgenstein nicht nur das denkbar, was man aussprechen kann, sondern auch nur das was in die Vorerfahrungen passt. Und das wiederum bedeutet, dass die Erziehung / Ausbildung der Kinder ein Teil des Sinns des Lebens ist um Selbiges voran zu bringen.....

Zum Zweiten: Ein Individuum ist ein Wesen mit spezifischen Erfahrungen, auf dessen Basis es seine Entscheidungen trifft....

Zum ersten: das kann nur Dirk beantworten :-)


Grüße

Hein

Auf diesen Beitrag antworten
 
 Re: Gibt es ein Individuum?

  Autor: Dealer     Datum: 20.06.10 14:39

Meine Meinung zu diesem Thema ist, man kann den freien Willen nur beweisen, wenn man die Zukunft kennt.

Das meine ich so: Nehmen wir einmal an man sagt in einer bestimmten Situation "ja", dann weiß man nicht ob man es aus seinem eigen freien Willen getan hat, oder ob dieses "ja" schon vor deiner Geburt von einem höheren Wesen zB. Gott schon eingeplant war. Jetzt nehmen wir einmal an man kann in die Zukunft blicken und man erfährt, dass man in dieser Situation "ja" sagen wird. Dann ist man sicher, dass man einen freien Willen hat denn dann kann man in dieser Situation genauso "nein" sagen. Ich will damit sagen, dass man sich nicht 100% sicher sein kann, dass man einen eigen Willen hat.

Gruß,
Dealer

Auf diesen Beitrag antworten
 
 Re: Gibt es ein Individuum?

  Autor: Hein     Datum: 20.06.10 21:09

Hallo Dealer,

das mit Zit.:"schon vor deiner Geburt von einem höheren Wesen zB. Gott schon eingeplant war" ist schon eine ziemliche extreme Auslegung vom fehlendem freien Willen. Ausserdem: welches Wesen ist denkbar, das Milliarden wesen programmiert (vielleich Billiarden, denn Tiere werden wohl nicht ausgenommen sein...) und das nur auf der Erde.... Wozu? Da ich Atheist bin will ich diesen Gedanken auch nicht weiter verfolgen.
Was ich zu meinem Beitrag oben noch erläutern wollte: Ich denke, Erfahrungen modulieren die letztlich trotzdem freie Entscheidung nicht nur, sie sind zur Entscheidung notgedrungen notwendig da sie die "Navigationshilfen" der Entscheidung sind. Ohne Navigationshinweise keine Möglichkeit ein zuvor unbekanntes Ziel anzusteuern. Schlechte Navigationshinweise (= schlechte Sozialisierung) führt häufiger (nicht immer) zur fehlerhaften Navigation (asozialem Verhalten).

Auf diesen Beitrag antworten
 
 Re: Gibt es ein Individuum?

  Autor: Horus     Datum: 23.06.10 00:47

Das Häuschen im Grünen gibt es nur so lange, wie es auch Grün gibt. Wenn zu viele Häuschen im Grünen gebaut werden, verschwindet das Grün, und wir befinden uns auf einmal in einer tristen Reihenhaussiedlung. Das ist im Übrigen ein weiteres Beispiel dafür, wie individuelle Rationalität in gesellschaft­liche Irrationalität umschlagen kann. Wir sind gesellschaftliche Wesen, sind aber daran gewöhnt, unsere Entscheidungen individuell zu treffen, als gäbe es die Gesellschaft nicht. Wir haben es verlernt, gemeinschaftliche Entscheidungen, die unser individuelles Verhalten betreffen, in einem kollektiven Prozess zu fällen. Der ­Libe­ra­lismus – und erst recht der Neoliberalismus – haben zu einer Verstümmelung der Gesellschaftlichkeit unserer individuellen Existenz geführt.

Mir fällt in diesem Zusammenhang eine Stelle aus den Marx’schen »Grundrissen« von 1857 ein. In der Ausgabe von 1953 findet man das auf der Seite 595 (lacht)… Das habe ich bis heute nicht vergessen. Da wird die Erzeugung von freier Zeit als zentrales Ziel nicht kapitalistischen Wirtschaftens definiert. Heute würde man vielleicht ­sagen: Zeitwohlstand ist die Zielsetzung einer Ökonomie des Glücks, ­einer Ökonomie, die den Menschen und nicht die Kapitalverwertung in den Mittelpunkt stellt.
Das wirft aber ein grundsätzliches Problem auf: Eine solche Umdefinierung der Ökonomie würde auf eine Entmachtung des Kapitals hinauslaufen. Denn Kapital heißt Verwertung von Arbeitskraft, und wenn sich die Arbeitskraft dieser Verwertung ­entzieht, dann verändert sich auch die Gesellschaft auf radikale Weise.

Auf diesen Beitrag antworten
 
 Re: Gibt es ein Individuum?

  Autor: Transformer     Datum: 30.06.10 08:11

Ich gebe Dirk in dem Punkt Recht, das wir eigenständige Wesen sind. Wir haben einen freien Willen und gestalten unser Leben mal allein, mal mit anderen.

Dieser freie Wille kann uns nicht genommen werden.

Hauptziel unseres Handelns ist es, glücklich zu sein. Hierfür "verbiegen" wir unseren freien Willen auch schon ein mal, weil wir scheinbar von außen Bedingungen zum Glücklich-Sein erfahren.

Unser Herz kennt immer unseren richtigen Weg zu unserem Glück. Wir haben nur nicht gelernt, auf diese Stimme zu hören. Schon in der Kindheit lernen wir, uns abzulenken. Mit einem Kaffee, einer Zigarette, einem Glas Wein, einem Telefonat, Essen, Playstation, ... es gibt so vieles, womit wir uns ablenken.

Sobald wir den Wunsch unseres Herzens erkennen, brauchen wir unseren "Denker" mit seiner Erfahrung, um die richtigen Schritte einzuleiten. Der Denker hat von unserem Glück keine Ahnung. Er weiß nur, wo und wann wir mal glücklich waren.

Da viele Entscheidungen im einem Kollektiv getroffen werden (Familien, Städte, Länder, Vereine, ...) bringenwir in diesen Fällen unsere eigene Schöpfermacht in das Kollektiv ein. Soweit geht dann das Individuum unter.

Auf diesen Beitrag antworten
 
 Re: Gibt es ein Individuum?

  Autor: animaux     Datum: 01.07.10 19:02

Freier Wille beim Menschen, ich glaube das ist geklärt.
Nur wie stehts mit den Tieren?
in wie weit haben die einen freien Willen?
Haben sie überhaupt einen? Oder nur Instinkte, die ihr komplettes Handeln bestimmen?

Auf diesen Beitrag antworten
 
 Re: Gibt es ein Individuum?

  Autor: Horus     Datum: 14.11.10 15:59

Tiere? seid wann schreiben Tiere in Foren? ahaha

Auf diesen Beitrag antworten
 Forum-Start | Thread ein | Suchen |  << Beitrag >> 


Auf diesen Beitrag antworten
Dein Name:
Deine E-Mail-Adresse:
Betreff:
Antworten per E-Mail an oben genannte Adresse weiterleiten.

SPAM-Schutz: Bitte die
 Zeichenfolge auf dem
 Bild in das darunterliegende
 Feld eingeben.






Mediathek