„Narkostop“ nennt sich eine nationalistische Moskauer Bürgerwehr, die regelmäßig an Drogendealern auf brutale Weise Selbstjustiz übt – vor allem in den Hochhaussiedlungen am Stadtrand, wo der Drogenkonsum besonders hoch ist. Viele der dortigen Dealer sind Einwanderer aus dem Kaukasus, die über Kleinanzeigen angeworben werden.

Obwohl der in Hamburg lebende Fotograf Evgeny Makarov fließend Russisch spricht, war es für ihn alles andere als einfach, die Bürgerwehr "Narkostop" zu begleiten. Über einige Mitglieder einer Putin-treuen Jugendorganisation gelang es ihm, einen ersten Kontakt zu der Gruppierung herzustellen, die Jagd auf vermeintliche Drogendealer macht. Die ersten Treffen waren von großem Misstrauen geprägt. Erst als Evgeny Makarov bei einer der "Razzien" vor staatlichen Sicherheitskräften fliehen musste und auf ihn mit Gummiprojektilen geschossen wurde, änderten sich die Dinge. Von da an akzeptierten ihn die Straßenschläger und ließen ihn gewähren. Besonders überrascht war der Fotograf, dass die Mitglieder von "Narkostop" aus der Mitte der Gesellschaft kommen. "Erst gingen sie raus zu einer brutalen Razzia, und danach trafen sie sich mit ihrer Oma auf ein Butterbrot und Tee."